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Abmeldung

Hallo, lieber Blogbesucher!

Ich habe mir einen neuen Blog gebastelt und hab' den Link schon an alle Freunde und Bekannten weitergegeben, die ich im Adressbuch hatte. Sollte ich dich vergessen haben, schreib mir bitte eine Mail, dann schick ich dir die neue Adresse.

Hier will ich sie ungern veröffentlichen, da dieser Blog schon bei Google gelistet ist und ich doch zumindest ein bisschen meine persönlichen Daten schützen will.

Viele Grüße,

Joachim 

22.5.08 20:34


Bilder wieder da

Hallo!

Ich hab' mich mal wieder eine Runde hingesetzt und ein "Best of Peru"-Fotoalbum zusammengestellt.

Hier  

Könnt ihr sie anschaun.

Ich plane, die gleichen Fotos auch noch in Schueler- und StudiVZ hochzuladen, dort gibt's dann Kommentare von mir zu den erklärungsbedürftigen Bildern.

So langsam kommt wieder ordentlich Arbeit auf mich zu, hier in der Schule.

Liebe Grüße,

euer Joachim 

11.3.08 04:19


28.2.08 21:19


Mmhhh...

Nach langer Zeit mal wieder, aber nur kurz...

Der Hoster, bei dem meine Bilder und anderen im Blog verlinkten Sachen lagen, wurde gehackt, deshalb sind die Links tot.

Ich schau mal, ob ich die mal ersetze.

In den letzten Tagen geht hier richtig was, wir waren im Zentrum von Lima, bei den Ruinen von Pachacamac (für die Inkas so wichtig wie für die Griechen Delphi, uns kam es etwas zerbröselt vor), am Meer (nur kurz, weil der Strand total vermüllt war und es bestialisch stank). Außerdem lernen wir Pokern (als Chips verwenden wir Winz-Luftballons, die gern als Wasserbomben verwendet werden), finden tolle Kompromisse aus verschiedenen Rommé-Regeln.

Desweiteren erwähnenswert ist auch unser heutiges kulinarisches Abenteuer: Roher Tintenfisch mit kompletten Tentakeln und allem, was dazugehört.

Als Beweis gibt's hier ein Foto, von den Stücken, die wir zum Beweis mit nach Hause genommen haben. Arg viel Tintenfischiges hat man nicht geschmeckt, dafür war die Marinade zu scharf und zu sauer. Aber man kann eindeutig sagen, dass die Tentakeln knackiger sind, als der Rest des Körpers (okay, das ist meine Interpretation, Matthias fand sie nur zäher). Dazu gab's übrigens Reis (wer hätte das gedacht) und Pollo in viel Fett. Irgendwie sind aber in das Fett irgendwelche Chemikalien gelangt, auf jeden Fall hätte ich wetten können, dass das Essen im Dunkeln geleuchtet hätte, so eklig neongelb sah es aus.

 

 

26.2.08 05:39


Bilder

Hallo!
Hier kommen schon mal die Bilder vom Bolivientrip:

EINFACH HIER KLICKEN

Bericht folgt später. 

29.1.08 19:12


Zurück

So, wir sind zurück aus Bolivien. Kurz bevor wir abgefahren sind, gab's bei uns einen Stromausfall, deshalb konnten wir uns nicht noch abmelden.

Wir sind schon am Bilder raussuchen.

Solang' hab' ich euch hier eine kleine Google Earth Tour von unserer letzten Fahrt:

Hier

26.1.08 01:41


Andenüberquerung Nr.2

Hallo!

Es wird Zeit, über unseren Ausflug in die Cordillera Blanca zu berichten.

Am Freitagabend (4.1.) ging's nach ausführlichem Kofferpacken um 18:00 in Cieneguilla los in Richtung Lima. Trotz radikalen Rationalisierungsmaßnahmen wogen unsere Rucksäcke 17 und 14 Kilo, was hauptsächlich den 10 Litern Wasser geschuldet waren, die wir aufgrund meiner schlechten Erfahrungen vom letzten Mal (letzter Tag ohne Wasser) eingepackt hatten. Schließlich mussten wir damit rechnen, vier Tage lang außerhalb jeder Zivilisation überleben zu müssen.
Außerdem im Gepäck: Ein Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, zwei kleine Brotlaibe, die absolute Minimalausstattung an Klamotten um mal die gewichtsmäßig signifikantesten Gepäckstücke zu nennen.

In Lima hatten wir uns in den Tagen davor bereits nach den Preisen und Abfahrtszeiten erkundigt, wurden dann aber mit günstigeren Ticketpreisen als gedacht konfrontiert. Hatte man uns während der Feiertage noch gesagt, die etwa 400 km und 8 Std. lange Reise würde 50 S/. (das ist die Abkürzung für die Nuevo Soles), also knapp 12€ kosten, da die Feiertage aber rum waren, fielen die Preise auf einmal auf 30 S/. (knappe 7€.
Nachdem wir die Zeit zwischen 19:15 und der Abfahrt des Busses um 22:00 irgendwie rumgebracht hatten, durften wir endlich in den Supersitzen der peruanischen Reisebusse Platz nehmen. Obwohl wir nur zweite Klasse gebucht hatten (ja, es gibt erste und zweite Klasse), waren die Sitze um Einiges besser als die in der zweiten Klasse eines Interkontinentalflugzeugs und kommen fast an eine schlechte erste Flugzeugklasse heran.
Neben uns hatten zwei recht junge Engländer Platz genommen, an denen ich dann erst mal eine halbe Stunde versuchte, mein Englisch zum Laufen zu bringen. Was sich als nicht ganz so einfach erwies, weil mein Gehirn meistens automatisch von Deutsch nach Spanisch übersetzte und meine Spanisch-Englisch-Übersetzung noch nicht so gebahnt ist...

Später in der Nacht ging's dann über einen Pass und irgendwie versagte die Heizung des Busses (und da bringen auch die tollsten Sitze nichts mehr). Matthias und ich waren natürlich in Wanderstiefeln, langen Hosen, Kapuzenpulli, Palästinensertuch und Sonnenhut ausgestattet und wir froren ähm heftig. Eigentlich wollte ich hier erbärmlich schreiben, aber diese Vokabel muss ich mir für die Engländer aufheben, die hatten nämlich Shorts, T-Shirts und Flip-Flops an, sonst nichts... Denen muss es so richtig dreckig gegangen sein, die Temperatur lag nämlich nicht über 5°C...

Am Morgen kamen wir um 6:00 in Huaraz an, eine kleinen Städtchen an der Cordillera, von der man morgens gleich einen super Blick auf die Nevados (Schneeberge) hatte.
Wir haben uns hier aber keine Zeit gelassen, sondern haben uns gleich ins nächste Colectivo nach Caraz gestürzt, das dann nochmal eineinhalb Stunden unterwegs war. In Caraz dann mit dem Mototaxi weiter zu einer anderen Haltestelle, von der aus es dann nach Cashapampa weiter, dem Startpunkt unserer Wanderung.
Hier kauften wir noch einen kleinen Laden leer und deckten uns mit noch ein bisschen mehr Brot ein (so kleine Fladendinger, an denen eigentlich nix dran ist).
Dann ging's los.

1. Etappe (Samstag) (9km, 850 Höhenmeter)


Die erste Etappe startete bei 2910 m ü NN und ging erstmal recht steil bergauf in einer extrem engen Schlucht...
Schon zur Mittagspause waren wir ziemlich platt, die mangelnde Gewöhnung an die Höhe und das noch sehr schwere Marschgepäck zehrten an unseren Kräften. Deshalb entschieden wir auch, beim Erreichen des ersten ausgeschilderten Zeltplatzes am Nachmittag die erste Etappe schon sehr früh zu beenden, den Rückstand wollten wir dann am nächsten Tag aufholen.
Allerdings hatten wir mit der Höhenanpassung durchaus Glück. Keiner von uns klagte über Kopfschmerzen, Übelkeit oder extreme Erschöpfung, wie ich es bei der letzten Andenüberquerung noch erlebt hatte.
Das Wetter war den größten Teil des Tages super, am Nachmittag allerdings setzte leichte Regen ein, aber da waren wir ja schon im Zelt.
Unser Proviant machte uns ein bisschen Sorgen und wir rationierten ihn sehr stark, um sicher zu sein, auch am letzten Tag noch was zum Essen zu haben. Wir ernährten uns die ganze Zeit größtenteils von Brot mit Erdnussmus und Selfmadeketchup Marke "Diavolo". Zum Mittagessen gab's jeweils (Lichtblick des Tages) ein bisschen Schokolade.

2.Etappe (Sonntag) 15km, 700 Höhenmeter)
Am nächsten Tag ging's die ganze Zeit in einem sehr weiten Tal entlang. Die Steigung hielt sich in Grenzen und wir liefen zur Höchstform auf und unsere Marschzeiten zwischen den Pausen wurden immer länger. Es ging vorbei ein Kuhweiden, türkisen Seen und durch kleine Wäldchen. Nach dem Mittagessen mussten wir noch einen Aufstieg verkraften, aber der war es wert. Nur wenige hundert Meter danach, bot sich uns ein wunderbares Panorama am Ende des Tales. Wir waren umgeben von Nevados, von denen sich Gletscher Richtung Tal schoben und an denen sich Wolken verhakten, oder darüber hinweg getrieben wurden. Das Schnee der Berge und der Wolken, das Blau des Himmels und das Grün des Tales bildeten eine einmalige Komposition, für die wir aus dem wüstigen Cieneguilla natürlich besonders empfänglich waren. Die Bilder sehen schon toll aus, vermitteln aber nur wenig von der Atmosphäre, die von diesem Ort ausging. Für mich ist Taullipampa auf jeden Fall einer der schönsten Orte, die ich je besucht habe.
Da es noch nicht allzuspät am Abend war und wir uns noch einigermaßen fit fühlten, beschlossen wir, noch ein wenig weiter aufzusteigen und uns weiter oben einen Zeltplatz zu suchen. Das Wetter belohnte uns leider nicht für diese Entscheidung, bald begann es zu regnen und sogar zu hageln. Die Temperatur fiel und, nachdem wir nach viel zu langer Suche endlich einen geeigneten Platz für das Zelt gefunden hatten, mussten wir es mit fast erfrorenen Fingern aufbauen.
Dann im Zelt packten wir uns in alles ein, was wir hatten, ein doppeltes Paar Socken, lange Unterhose, Rolli, zwei Pullis, Mütze, Pali, ein Paar Socken an die Hände und konnten so in unseren Schlafsäcken halbwegs gegen die Kälte bestehen. Bedrohlicher war in dieser Nacht vielmehr ein entferntes Grollen, das ein Gewitter ankündigte. Da wir unser Zelt auf einer Kuppe aufgebaut hatten (bei Regen hat das einen gewissen Vorteil) machte uns die Vorstellung eines aufziehenden Gewitters eine Heidenangst. Zum Glück blieb es aber bei einigem Grummeln in der Ferne und wir konnten halbwegs beruhigt schlafen
Zum Thema Schlafen wäre zu sagen, dass wir auf der gesamten Wanderung immer das Gefühl hatten, nachts nur vielleicht 50% der Zeit zu schlafen. Immer wieder wurden wir wach und mussten uns zwingen, wieder einzuschlafen. Meine Vermutung ist, dass der Körper einfach mit seinem üblichen Atemrhythmus zu wenig Sauerstoff bekommt und deshalb lieber auf wach schaltet.

3. Etappe (Montag) 17km, 300 Höhenmeter nach oben, 1000 nach unten
Am Montag ging's am frühesten los. Schon um viertel vor sieben standen wir auf, schließlich lag die härteste Etappe der Tour vor uns und wir wollten einen gewissen Vorsprung herauslaufen, um am letzten Tag möglichst viel Zeit zu haben.
Zunächst ging es hoch zum Pass auf 4750 Metern. Leider hatte sich der Himmel zu gezogen und von den umgebenden Nevados war nur der untere Teil des Gletschers zu sehen. Hinter uns kam eine Gruppe niederländischer Touris mit Führer und Packpferd (die meisten Touristen können hier offenbar ihr Zeug nicht selber schleppen) immer näher und das gab uns eine zusätzliche Motivation, ein bisschen mehr auf's Gas zu drücken und wir legten einen veritablen Spurt zum Pass hin, wo wir den ersten Schnee unseres Jahres in die Hand nehmen durften, auch wenn er sich auf sehr kleine Reste beschränkte.
Auf der anderen Seite ging es sehr steil bergab und nur in kurzen Momenten, wenn der Wind die Wolken auseinander trieb, ließ sich die Schönheit des Tals erahnen. Im Laufe des Tages fing mein Magen an, ein bisschen Probleme zu melden, was den Spaß am Wandern ein wenig schmälerte. Hinzu kam, dass das Wetter einfach nicht besser werden wollte und uns Petrus mit einem Schauer nach dem anderen beglückte, kurz: wir und all unsere Sachen durch und durch nass wurden. Auch die Nacht im teilweise nassen Schlafsack kann man als eher unangenehm abhaken.

4. Tag (Dienstag) 10km, 300 Höhenmeter runter, 300 rauf
Am letzten Tag der Wanderung ließen wir uns ein bisschen mehr Zeit mit dem Aufstehen, schließlich waren wir am Tag zuvor gute 3km mehr gelaufen, als ursprünglich geplant. Dennoch waren wir bereits um 13:00 am Endpunkt der Wanderung angekommen, das Wetter hatte sich deutlich gebessert und zumindest die Sachen, die wir anhatten wurden wieder trocken. In Vaquería, dem Ort, in dem uns laut unserem Plan ein Bus abholen und wieder ins Tal von Huaraz bringen sollte, durfte ich das erste Mal bewusst Unterhaltungen auf Quechua lauschen (neben Aymara die Haupt-Indígena-Sprache, die in ganz Südamerika immerhin noch von 10 Mio. Menschen gesprochen wird, davon 3,2 Mio in Peru). Irgendwie erinnert es mich ein bisschen an osteuropäische Sprachen und es kommen ein Haufen i und a drin vor (ich hab mich mal erkundigt, e und o gibt es gar nicht!) außerdem halt viele Zischlaute. Zum Glück konnten die alle auch Castellano und ich konnte ein bisschen kommunizieren. Ich hab' mit gleich beibringen lassen, was "danke" heißt: ich würd's mit "paki" schriftlich wiedergeben.
Als wir dachten, unser Abenteuer wäre zu Ende, da fing es eigentlich erst richtig an. In dem kleinen Busschen gab es nämlich nicht genug Platz. Aber wir sind ja in Peru und da geht einiges: Wir wurden einfach auf's Dach befördert. Dort saßen wir auf dem Gepäck der anderen Mitreisenden und fanden das kurzfristig auch ganz lustig, bis es anfing zu regnen und zu hageln. Ich meldete mich beim Fahrer über kräftiges Stampfen auf's Fahrzeugdach. Der hielt an und wir wurden verpackt: Statt auf dem Gepäck zu sitzen, legten wir uns darauf, einige (löchrige) Plastikplanen wurden über uns gelegt und das ganze Paket noch ordentlich mit einem Gepäcknetz verschnürt. Aus eigener Kraft hätten wir uns auf jeden Fall nicht mehr befreien können. Zum Glück haben wir keine Platzangst....
Besonders viel angenehmer wurde die Fahrt jedoch nicht. Die Fahrt ging durch einen Haufen Schlaglöcher und um mich halbwegs abzusichern musste ich unter der Plane nach außen greifen, um mich am Gepäckträger des Busses festzuhalten. Wie angenehm das bei Temperaturen um den Nullpunkt plus Hagel minus Handschuhe ist, könnt ihr euch sicher vorstellen. Außerdem begann sich über uns immer mehr Hagel anzusammeln und mit der Zeit wurde die Plane durch den reichlichen Belag immer schwerer, während es durch ihre Löcher reintropfte. Gute zwei Stunden durften wir es so aushalten, bevor wir die letzten zwanzig Kilometer wieder sitzen durften (was allerdings nicht ganz ungefährlich war, das Wagendach war durch den Regen ziemlich rutschig geworden und es ging recht zügig die Serpentinen runter, so dass wir uns teilweise ziemlich verzweifelt am Gepäcknetz festkrallen mussten, um nicht runterzufallen. Als wir dann nach insgesamt etwa 3 Stunden wohlbehalten in Yungay ankamen, fiel uns schon ein Stein vom Herzen. Finanziell hat sich die etwas spezielle Busfahrt übrigens gelohnt. Erstens konnte ich eine 33prozentige Fahrpreisermäßigung aushandeln, (10 S/. statt 15 S/.) und außerdem regelte ich mit dem Fahrer, dass er uns unter der Plane versteckt lassen sollte, als wir einen Kontrollposten passierten, bei dem einem für die Benutzung des Nationalparks 65 S/. pro Kopf abgenommen werden.
Am Abend gönnten wir uns dann noch ein kleines Menü in Huaraz und nahmen um 22:30 den Bus nach Lima, wo wir am nächsten Morgen um 6:00 ankamen. Von hier aus dann nur noch mit dem Bus nach Cieneguilla, wo sich unsere Beine von den Strapazen erholen konnten.
Naja, mittelmäßig ausruhen. Während wir weg waren, war ein Wassertank übergelaufen, hatte die Zivizimmer teilweise überflutet und das Parkett ruiniert...

Außerdem schaut's grad wettermäßig nicht so gut aus. Offenbar gibt's dieses Jahr ein bisschen El Niño, im Süden des Landes gibt's einen Haufen Erdrutsche wegen der vielen Niederschläge. Auch hier in Lima regnet's grad bisweilen, was eher untypisch ist.

Hier gibt's alle Bilder zum Ausflug: ¡Klick mich!

14.1.08 04:53


Weg

Die Koffer sind gepackt, in einer halben Stunde geht's los nach...

Huaraz. Das ist so ein kleines Städtchen an der Cordillera Blanca 8 Stunden nördlich von Lima.

Wir haben vor, nochmal die Andenhauptkette zu überwandern, diesmal an einer anderen Stelle.

Geplant ist, dass wir ungefähr in einer Woche wieder zurück sind. Dann gibt's einen ausführlichen Bericht und einen Haufen Fotos (hoffentlich).

4.1.08 23:21


Sehr später Nachtrag

Ist schon länger her, aber ich hab' vor längerem mal eine Google-Earth-Tour von unserem Andenausflug gemacht.

Also: http://jeule.kilu.de/daten/Andentourkomplett.kmz

runterladen und

öffnen (klappt natürlich nur, wenn Google Earth installiert ist).

genießen 

30.12.07 01:21


Hallo, ihr alle.

Es wird mal wieder Zeit, dass ich euch auf dem Laufenden halte.
Mittlerweile sind alle Zeugnisse geschrieben und abgegeben (in Peru bekommen die Eltern die Zeugnisse ihrer Kinder erst zwei Wochen nach Ferienbeginn)


und außerdem bin ich mit dem Nähen meiner Jonglierbälle fertig, die mir ja bisher hier im Colegio für den Zirkus gefehlt haben. Bisher musste ich immer mit meinen sechs aus Deutschland mitgebrachten klarkommen, jetzt haben wir immerhin 39, was ja wohl reichen dürfte. Gute fünf Kilo Reis hab' ich da insgesamt reingestopft. Also wenn eine Hungersnot ausbricht, werd' ich noch 'ne Weile überleben können :-P



Bei uns haben jetzt die großen Ferien angefangen und nachdem Gabriel, Jakob und Sophia sich verflüchtigt haben, sind nur noch Matthias und ich hier im Colegio, wo wir den geplanten Zirkusworkshop vorbereiten, bevor auch wir ein wenig Peru bereisen wollen.
Gestern haben wir allerdings mal hier in den Bergen eine kleine Wanderung gemacht,
Länge: Etwa sieben Kilometer, wenn man die Serpentinen nicht miteinberechnet;
Höhenunterschied zwischen höchstem (1053 M.ü.NN) und niedrigstem Punkt: etwa 700 Meter;
Dauer: Etwa vier Stunden.



Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war ein bisschen bedeckt, nichtsdestotrotz war's trotzdem eine ziemliche Kraxelei und der Abstieg hat nicht wirklich Spaß gemacht... Egal, aber dafür haben wir eine fette Spinne gefunden, die wir leider nicht einordnen konnten, es ist wahrscheinlich weder eine Vogelspinne noch eine Tarantel, aber trotzdem recht eindrucksvoll... Was meint ihr, da bekomm' ich bestimmt auf's Dach, wenn ich versuch', die nach Deutschland mitzunehmen, oder? Auch wenn sie tot ist?



Außerdem hab' ich oben auf dem Berg noch ein bisschen meiner Land-Art-Ader freien Lauf gelassen und eine Schneckenhausschnecke gebaut



 


Ansonsten geht's uns hier super und ich wünsch euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.
A propos wünschen: Weihnachten feiert sich hier schon ein bisschen anders als in Deutschland... Es wird geböllert und gesilvesterraketet was das Zeug hält und gefeiert wird eigentlich erst um 24 Uhr, dann gibt's nämlich erst Abendessen. Abgesehen davon gibt's aber auch ein paar Übereinstimmungen mit dem eropäischen Weihnachten, die da währen: (Plastik-) Weihnachtsbaum und Geschenke :-)

Soweit mal für heute,
viele Grüße,
Joachim

29.12.07 04:43


Bilder

Hallo, ihr alle.

Hier hab ich euch mal ein paar neue Bilder

Matthias vom Flughafen abholen

2. Dezember: Bazar Navideño

 

 

Viele Grüße,

Joachim

20.12.07 02:28


Auch ich melde mich mal wieder

Hallo alle miteinander!

Ich tu euch ja ganz schön vernachlässigen, tut mir Leid... Aber hier passiert einfach nicht besonders viel...Und da ist vernachlässigen vielleicht fast besser als langweilen...

Naja, aber weil jetzt ja echt viel Zeit vergangen ist, gibt's mittlerweile doch wieder das ein oder andere zu berichten...

Fangen wir mal mit einer Geschichte aus meiner Kindheit an. Sie hat mit Peru überhaupt nichts zu tun und wenn ihr nicht irgendeinen senilen Unsinn eines Übernächtigten lesen wollt und ein bisschen was Sinnvolles mit eurer Zeit zu tun wisst, dann überspringt einfach den Teil bis kurz nach dem Bild...

Ich war vielleicht zehn, elf Jahre alt, vielleicht auch noch ein bisschen jünger und eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war war das Lesen (bevorzugt spät Nachts heimlich unter der Decke, auch wenn das jetzt relativ wenig mit dem Thema zu tun hat). Auf jeden Fall fiel mir in dieser Zeit irgendwann das Buch "20 000 Meilen unter dem Meer" von Jules Verne in die Hand und ich bezog die Angabe "20 000 Meilen" ganz selbstverständlich auf die Meerestiefe...

Irgendwann später lernte ich dann, dass die maximale Meerestiefe bei ein bisschen mehr als 11 000 Meter liegt... Mh, dachte ich, da hat sich der Jules ja ein bisschen geirrt, 20 000 Meilen unter dem Meer, das geht ja gar nicht, 20 000 ist ja knapp doppelt so viel wie 11 000. (Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass ich mit dieser Pi-Mal-Daumen-Rechnung in gewisser Weise schon Recht hatte, dass ich aber die Maßeinheiten ein wenig vernachlässigt hatte... Ich wusste wohl, dass eine Meile eher so was wie ein Kilometer ist, aber hey! ich war so begeistert, dass die beiden Zahlen in einem so angenehmen Verhältnis zueinander standen, da kann man so was nebensächliches wie Maßeinheiten schon mal aus den Augen verlieren. Tatsächlich liegt das Verhältnis zwischen der maximalen Meerestiefe und den 20 000 Meilen aber eben bei ziemlich exakt 11 034m : 37040000m (1 Seemeile = 1852m) bzw 1 : 3357

- in der anschaulichen Darstellung:

1:2 (meine grobe Schätzung)

1:3357 (Tatsache)

erkennt ihr: da besteht doch eine gewisse Diskrepanz und gut, Jules Verne hat mittlerweile schon einige Jahre auf dem Buckel, aber so einen Schwachsinn hat auch er nicht verzapft)

 

Wie dem auch sei, springen wir in die Fastgegenwart:

Vor einigen Tagen sehe ich bei einem meiner Schüler das Buch auf Spanisch (er liest es im Unterricht, was ich natürlich nicht tolerieren kann). Auf jeden Fall frage ich ihn freundlich, ob er's mir ausleihen kann, macht er dann auch, weil eigentlich hat er eh nur die Bilder angeschaut. Mein Hintergedanke war, so eine etwas leichtere Lektüre wär' doch nicht schlecht, um im Spanisch ein bisschen auf Touren zu kommen.

Am Nachmittag des selben Tages nehm ich das Buch mal näher in Augenschein. Es heißt "Veinte mil leguas de viaje submarino", also eher Zwanzigtausend Meilen untermeerischer Reise.

Mh, denk ich mir da... Da hat sich doch irgendwo ein Übersetzungsfehler eingeschlichen... Irgendjemand hat auf einmal die 20 000 Meilen horizontal gelegt, während die bei mir immer vertikal gespeichert waren... Bis es dann (okay, sehr spät) "kling" machte und ich auch den deutschen Text plötzlich anders interpretieren konnte, nämlich horizontal... Ihr kennt doch dieses Optische-Täuschung-Bild auf dem man entweder die junge oder die alte Frau sieht?

So wie man da gedanklich hin und her schalten muss, so gings mir mit horizontal und vertikal.

Was das Buch angeht, mittlerweile hab ich mich mit exzessivem Wörterbucheinsatz durchgebissen und brauch jetzt erst mal wieder was Deutsches. Ich fang mal wieder mit Faust an...

 

Okay, ihr könnt wieder mitlesen, die gröbsten Sinnlosigkeiten habt ihr überstanden!

Da wäre der peruanische Sommer zu erwähnen, der mittlerweile ordentlich im Kommen ist... Tagsüber wird's mittlerweile deutlich wärmer als noch vor ein, zwei Monaten... So richtig unangenehm wurde es allerdings bisher nicht, ich schätz, dass es Mittags vielleicht knapp 30 Grad hat...

Außerdem war ich mal wieder kurzfristig krank.

Vielleicht lag das an den Stücken, die wir im Orchester gespielt haben. Da war nämlich in den letzten Wochen ein Herr aus Spanien zu Besuch, genauer gesagt dieser hier: http://www.sanchez-verdu.com/

Für die, die sich die Website von ihm nicht anschaun wollen:

Komponist, Spanier, wohnt in Berlin, macht moderne Musik und ärgert damit Orchester.

In Lima findet zur Zeit das 5 Festival Internacional de Música Clásica Contemporánea statt (der Name birgt für mich einen Widerspruch , klassisch ≠ zeitgenössisch) und wir hatten die Ehre, vom Maestro selbst zu lernen, wie man seine Stücke spielt. Das heißt: Extreme Taktartenwechsel (schon mal einen 3/4+1/16-Takt gespielt, nicht getrennt, sondern in einem? oder auch nur einen 3/16?), sich nutzlos anstrengen (Zweiunddreißigstel spielen, man muss im Staccato in die Flöte pusten, es darf aber kein Ton zu hören sein) und sich über die fünf Takte freuen, in denen der Komponist eins zu eins ein Thema einer Chaconne von Pachelbel übernimmt. Der einzige tonale Teil, den wir während zwei Wochen serviert bekommen...

Nee, aber deswegen wird man nicht krank... Am Sonntag erwischte es mich (ordentlich Fieber, ein bisschen Kopfschmerzen), am Montag gings mir aber schon wieder so gut, dass ich abends im Orchester das Konzert mitspielen konnte...

Oh! Da wär noch was zu berichten zum Konzert. Die Streicher hatten nämlich noch die Ehre ein Stück von einem zeitgenössischen Peruaner zu spielen. Der kam dann auch zum Konzert und hat ein bisschen seine Musik erklärt und das ging ungefähr so:

"In meinem Stück Checan V versuche ich, die Musik der Incas von vor der Zeit der spanischen Conquistadoren zu reproduzieren. Als die Spanier nach Südamerika kamen, trafen Sie dort eine Musik an, die der heutigen modernen Musik sehr ähnelt. (Aha!) Wir wissen heute natürlich eigentlich nicht, wie die indigene Musik zu dieser Zeit klang, weil sie ja nicht aufgeschrieben wurde." (ähä, aber halt modern irgendwie? Mal ganz ehrlich... Ich glaube, der Komponist hat sich einfach die Berichte der Conquistadoren durchgelesen, in denen es heißt, das die Musik der Indianer total schrecklich klang. Dann überlegte er eine Weile und stellte fest, dass: indigene Musik = schrecklich = moderne Musik ist und kam zu dem Schluss, dass indigene Musik ≈ moderne Musik sein muss. Auf jeden Fall wirkte das Stück, dass die armen Streicher spielen mussten wie moderne Musik der heftigsten Sorte. Inca-Feeling kam nicht auf...

Schließen wir mal unser Lamento über die neue Musik ab, sie ist ja nicht ganz insgesamt NUR schlimm, die Stücke, die wir zu spielen hatten waren es aber leider...

Oköö... Ich mach auch insgesamt mal Schluss, es wird bald hell hier (schwere Übertreibung) und die Qualität meines Beitrags lässt ein bisschen nach (schwere Untertreibung), ich fange nämlich an zu polemisieren das muss ja nicht sein.

Ich hoff' ich find bald mal wieder Zeit und Themen, um euch auch mal ausnahmsweise was Interessantes erzählen zu können, statt die ganze Zeit nur Schwachsinn zu verzapfen. Naja, aber wenigs..., nein, ich hör jetzt endgültig auf.

Viele wärmende Grüße in die nördliche Hemisphäre,

euer Joachim

P.S.: Da wär noch eins: Liegt das an meinem Zustand, oder blinkt das bei euch auch so komisch?

23.11.07 08:13


Weg, vielleicht

Spontan wie wir sind, fahren wir heute mal nach Lima und schauen, ob wir eine Verbindung nach Ecuador finden. Wenn wir was finden, bin ich erst mal bis Sonntag weg...

Ich meld mich, sobald ich wieder da bin...

1.11.07 14:44


BILDER

Ahhh!!! Ich hab endlich mal Zeit gefunden, euch ein paar Bilder hochzuladen.

Hier sind sie:

Selva-Tour

31.10.07 21:04


Stoff

Sooo, endlich ist ein Fortschritt in Sachen Zirkus zu vermelden:
Gestern war ich mit der Klassenlehrerin der dritten Klasse (meine Lieblingsklasse, ihr wisst schon) und ihrem Mann in Lima, um Stoff für die Jonglierbälle einzukaufen... Angeblich soll's alleine vor allem für Gringos ein bisschen gefährlich sein, sich in dem Stoffviertel rumzutreiben, auch wenn ich davon nicht viel mitbekommen habe.

Der Stoff wird, wie schon die Elektronik in tausend, okay, hundert kleinen Läden verkauft und alle haben ungefähr das gleiche (außer das, was man sucht). Ganz Peru kauft seinen Stoff hier ein und deshalb herrscht auf den Straßen reger Betrieb (vor kurzem ist die Gegend in eine Fußgängerzone umgewandelt worden, deshalb ist die Lage mittlerweile schon angenehmer als vorher).

Außerdem findet man Läden mit günstigen (und guten) Klamotten, ein weißes Hemd bekommt man schon für unter 15 Soles.

Übers Wochenende fahren wir vielleicht nach Ecuador, müssen wir noch schaun, auf jeden Fall müssen wir demnächst raus aus dem Land. Und weil Donnerstag und Freitag Feiertage sind, würd sich das dieses Wochenende anbieten. Wenn ich genaueres weiß, schreib ich euch.

Viele Grüße,

Joachim 

30.10.07 21:16


Heimflug gebucht

Ich hab' mittlerweile schon mal festgelegt, wann ich wieder nach Deutschland flieg. Am 17.Juli gehts um 00:20 von Lima weg und ich bin am 18.Juli um 9:00 wieder in Stuttgart.

27.10.07 05:23


Selva

So, jetzt wird’s mal langsam Zeit, dass ich ausführlich über die Selva-Fahrt berichte.

Also am Montag den 15. ging's los. Zunächst mal mit dem Colectivo und der Klassenlehrerin nach Lima rein, wo wir an der Bushaltestelle die Schüler trafen. Dann rein in den Reisebus (halbwegs bequemes Modell) und erst mal durch die ärmeren Bezirke Limas Richtung Norden, durch Chosica und ab in die Berge. Nach ein paar Stunden dann über einen Pass mit 4818 Metern (und damit immerhin höher als der Mont Blanc, vorher waren sicherheitshalber Kotztüten ausgegeben worden) bis nach Tarma, einer kleinen Stadt in den Anden, auf dreitausendirgendwas Metern, deren Name „Perle der Anden“ bedeutet. Dort (es war bereits Nacht geworden) ließen wir uns zu einer Hacienda kutschieren, wo wir auf einer Wiese unsere Zelte aufschlugen. Noch zuvor, als wir gerade aus dem Bus ausgestiegen waren hat mich die Höhe kurz erwischt, ich spürte schon, dass es mir nicht gut ging, so das Gefühl, dass man hat, kurz bevor man ohnmächtig wird. Leider war nichts gescheites zum Draufsetzen geschweigedenn Drauflegen in Reichweite, also lehnte ich mich an die nächste Hauswand und pumpte erstmal meinen Kreislauf mit tiefen zügigen Atemzügen wieder voll mit Sauerstoff, dann ging's wieder. Bestens sogar, vor allem, weil's zum Abendessen ein saftiges Rindersteak gab (eins? Eigentlich schon, aber schulküchenerprobt wie ich bin, hab' ich natürlich drei bekommen, viele Kinder hatten ihres nicht runterbekommen und zum Wegwerfen fand ich sie zu schade. Das gleiche Prozedere wiederholte sich in allen folgenden Tagen: Ich aß eigentlich immer dreimal so viel, wie der Kinderdurchschnitt und zweieinhalb mal die Normalportion).

Die Hacienda überraschte mich, neben dem guten Essen, auch mit sauberen Toiletten. Dazu muss gesagt werden, dass die Toilettensituation in Peru, wie wohl in vielen anderen Entwicklungsländern auch, außerhalb der High Society-Ghettos ziemlich katastrophal ist. In den Restaurants und Unterkünften, die wir uns noch leisten können, versucht man eigentlich immer, nicht auf's Klo gehen zu müssen, weil's einfach eklig ist. Klobrillen gibt’s fast nie und wenn, dann will man die meistens nicht mal anschauen, weil sie ausschauen, als wären sie seit der Montage (dieses Wort kommt nicht vom Wochentag, sondern vom Französischen) nicht mehr geputzt worden.

Am Dienstag ging's nach dem Frühstück erstmal auf eine kleine Wanderung mit kleiner Aquarellmal-Session, also genug Zeit für mich, zu entspannen, während die Kids malten. Am Nachmittag ging's dann nochmal ein bisschen weiter, in ein Nachbardorf namens Muruhuay (fragt mich nicht, woher der Name kommt) und irgendso einem Santuario (Heiligtum), was mich jetzt nicht so brennend interessierte, weil irgendwie ganz Peru vollgestopft ist, mit irgendwelchen Schreinen, Kapellchen, Heiligtümern und was weiß ich was allem für irgendeinen Heiligen. Danach ging's weiter in die angeblich größte Tropfsteinhöhle Südamerikas, die aber auch nicht so richtig beeindruckend war. Groß war sie, aber die Tropfsteine in der Bärenhöhle auf der Schwäbischen Alb hab' ich als eindrucksvoller in Erinnerung

Am Abend dann gings weiter nach San Ramón und damit beginnt der Selva- (heißt übrigens so viel wie Wald/Wildnis und wird Selba ausgesprochen) Aufenthalt.

Mein erster Eindruck in San Ramón war: „¡Que calor!“ was man auch mit „Scheiße heiß hier!“ übersetzen könnte. Wir kamen ja grad direkt aus den Bergen, wo es angenehm frisch, aber auch nicht zu kalt gewesen war. Es war zwar Abend, aber das ändert am Klima im Regenwald wenig. Das fühlte sich ungefähr so an, wie in der Botanikabteilung der Wilhelma, einfach krass warm + heftige Luftfeuchtigkeit, eine deftige Mischung und ich hatte erstmal das Gefühl, dass ich dieses Klima nicht lang durchhalten werde. Zu meiner Überraschung hab' ich mich da aber getäuscht: Mit jedem Tag ging's mit besser, ich glaub' man gewöhnt sich recht zügig daran.

Am Mittwoch rollten wir mitsamt eines Touriführers zu einer Comunidad Nativo oder wie sich das nannte, also 'nem Indianerdorf. Die Comunidad war aber schwer touristisch erschlossen, arg viel Indianernostalgie konnte irgendwie nicht aufkommen. Außerdem gings an dem Tag noch in einen botanischen Garten (kaum Unterschied zur Wilhelma) und einen Schmetterling-Garten, da gab's schon einige beeindruckend große Flatterinsekten zu sehen.

Den absoluten Höhepunkt des Tages erreichten wir am Nachmittag nach etwa halbstündiger Wanderung durch den Wald: Einen vielleicht 20-30 Meter hohen Wasserfall, in dem wir uns ordentlich von der Hitze erholen konnten.

Am nächsten Tag ging's dann auf eine längere, fünfstündige Wanderung. Leider wurde der Regenwald seinem Namen gerecht, nachdem er sich am Vortag zurückgehalten hatte. Die Kids fanden das gar nicht so schlimm, ihr Kommentar war sogar teilweise: „¡chévere!“ (cool!), in Cieneguilla oder Lima gibt’s so was ja nicht. Ich konnte dem Wetter nicht ganz so viel abgewinnen und stiefelte in Regenjacke und Badehose durch die Gegend. Ein Teil der Kinder hatte sich für die Reise Gummistiefel geleistet, keine schlechte Investition, denn den letzten Teil des Weges mussten wir im Bachbett waten. Während die Gummistiefler also fröhlich drauflosstiefeln konnten, mussten die, die ihre Schuhe nicht nass werden lassen werden wollten (also ich und der Führer) barfuß durch das Bachbett mit halbwegs spitzen Steinen waten. Das wär auch noch im Rahmen gewesen, aber ab und zu musste man zur Überwindung von kleineren Wasserfällen das Bachbett verlassen und sich über Lianen nach oben hangeln, barfuß nicht ganz die super Sache...

Die Wasserfälle waren dann auch nur jeweils vielleicht drei Meter hoch, also nicht mit dem vom Vortag zu vergleichen.

Den Freitag verbrachten wir dann hauptsächlich damit, an einem künstlich angelegten See zu chillen (das Wasser wirkte ziemlich dreckig, deshalb hab' ich mich nicht rein begeben).


Oh... Das wirkt jetzt alles ein bisschen negativ glaub ich. Das war's aber nicht unbedingt. Das Klassenfahrtsklima war super, die Kinder hielten sich, soweit wir das beurteilen konnten an die Vorgaben und waren auch untereinander überraschend verträglich. Ich fühlte mich auch nicht ausgeschlossen, was ja hätte sein können, so als einziger Nichtspanischmuttersprachler. Für mein Spanisch war die Fahrt auf jeden Fall auch richtig gut. Im Colégio habe ich immer ein ziemliches Rückzugsgebiet, in dem nur Deutsch gesprochen wird, auf der Klassenfahrt konnte ich mit Deutsch überhaupt nichts anfangen und musste mein Spanischvokabular deutlich ausbauen (ich bin grad an den verschiedenen Vergangenheitsformen und dem subjuntivo dran, die braucht man einfach zu oft, um sie ignorieren zu können, als nächstes plane ich mal gescheite si-Sätze (Konditional-Zeug) zu lernen, das scheint ein bisschen anders zu sein als in Französisch und Englisch, aber ich hab mich noch nicht dran gemacht.


Gut, zu erwähnen bleibt noch, dass es mir am Samstag morgen erst mal ziemlich übel ging, also raus aus dem Zelt, eine rumliegende Plastiktüte gekrallt und ordentlich mit dem teilweise verdauten Essen des Vorabends vollgemacht. Nach zwei Stunden ausruhen ging's mir wieder einwandfrei gut und auch der Rückweg (in einem Superluxusbus, besser als alles, was man in Deutschland findet) über den Pass machte mir nichts aus, ich nehm an, dass irgendwas am letzten Essen nicht ganz in Ordnung war, auch einige Kinder klagten über Bauchweh.


Ich mausere mich hier übrigens geradezu zum Frühaufsteher. Während der Klassenfahrt bin ich regelmäßig um sechs Uhr aufgestanden und auch im Colégio steh ich jeden Tag spätestens um halb acht auf, obwohl zehn auch noch langen würde. Vor drei Monaten hätt' ich mir das nicht vorstellen können...


Gut soweit mal mein Bericht, wenn wieder was interessantes passiert, meld ich mich,

demnächst werd ich auch die Bilder von der Klassenfahrt hochladen.


Viele Grüße,

Joachim

26.10.07 05:21


Todesklima

Hallo,

ich meld mich mal kurz aus dem Dschungel, hab aber nicht viel Zeit.

Mir geht's soweit gut, das Wetter macht einen uebel fertig, ist aber ein Erlebnis fuer sich. Wir machen hier halt voll die Touristen-Tour, alles mit einem Tourifuehrer und so, wir jetten von einer Sehenswuerdigkeit zur naechsten. Morgen machen wir eine vierstuendige Wanderung, mal schaun, wie das wird.

Ein detaillierter Bericht und Fotos folgen irgendwann, wenn ich wieder zu Hause bin.

 Viele Gruesse,

Joachim

18.10.07 01:27


Weg - mal wieder

Ich wollt nur mal ankündigen, dass ich die nächste Woche weg bin - mit der 6. Klasse in der Selva, dem Urwald. Mal schaun, wie ich die Luftfeuchtigkeit überlebe.

 Ansonsten kann ich berichten, dass wir uns jetzt Internet auf's Zimmer gelegt haben: Am Samstag sind Jakob und ich nach Lima reingefahren und haben uns in einem Elektronikmarkt (also eigentlich ist das ein Haufen aneinandergereiter kleiner Lädchen) 75m-LAN-Kabel besorgt und dieses dann in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vom Haus der Schulgründer ins Colégio gelegt. Eigentlich hatten wir sicherheitshalber 10m zu viel gekauft, am Ende war's fast zu wenig, es passt grad so. Aber ich will mich jetzt auch nicht zu sehr in Details verlieren, Hauptsache, wir sind jetzt auch in unseren Zimmern mit der Welt verbunden und müssen nicht immer den pundsackschen Hausfrieden stören.

Ich meld' mich nächstes Wochenende (oder ein bisschen später) wieder mit einem Bericht über die Klassenfahrt.

15.10.07 05:22


Andentour Tag 4

So, hier kommt der zweite Teil unserer Andenfahrt: Der Heimweg.

 

Am Donnerstag wachten wir wie gerädert auf, wir hätten wahrscheinlich noch fünf Stunden länger liegen bleiben können und wir hätten uns nicht besser gefühlt. Deshalb raus aus den Kojen und den strahlenden Sonnenschein bewundert. Ein bisschen was zu Essen und Trinken reingedrückt (meine Kehle war so trocken, dass jeder Schluck höllisch weh tat), die Hühner gesattelt und weiter.

Bald nachdem wir unseren Zeltplatz verlassen hatten, öffnete sich das Tal, das bisher sehr schmal und steil gewesen war zu einer Ebene, durch die wohl früher mal ein Gletscher gerutscht war. Leichter wurde der Weg für uns deshalb leider nicht, weil wir uns am Rand der Ebene den Berg rauf quälen mussten. Aber, was sehr viel wichtiger war, wir sahen jetzt, wie weit wir höchstens noch nach oben mussten, auch wenn noch nicht klar war, wo genau unser Pass war. Die Vorfreude auf den Pass mobilisierte nochmal ein paar Extrakräfte und wir schafften es etwa zur Mittagszeit, den Pass (etwa 4700m) zu überqueren. Oben waren wir allerdings zu schlapp um irgendwelche Fotos zu machen, wir schleppten uns noch ein paar Meter nach unten und legten uns erstmal in den Windschatten eines dicken Steins. Was uns ein bisschen Sorgen bereitete waren unsere Wasservorräte, die waren nämlich aufgebraucht und uns war nicht ganz klar, wann wir wieder Trinkbares finden würden. Unser Zieldorf, Tanta, schien noch eine Ewigkeit entfernt, ich war davon überzeugt, dass wir nochmal irgendwo im Zelt würden übernachten müssen. Zügig rafften wir uns wieder auf und machten uns an den weiteren Abstieg. Ein relativ steiles Stück direkt nach dem Grad mündete in eine weite Ebene, die ein bisschen an die Totensümpfe in Herr der Ringe erinnerte. Trockenes Gras, und Labyrinthe von Moospolstern, zwischen denen ein bisschen Brackwasser stand und auf denen eine große Lamaherde nach Futter suchte. Arg viel Zeit hatten wir aber nicht für die Wunder der Natur, unsere Ziele waren klar definiert: Abwärts! Wasser!.

Unsere Gehetappen wurden länger, die Pausen weniger und kürzer, das Gelände war schön eben und die Anstrengung hielt sich in Grenzen. Das lange Tal ging irgendwann wieder in einen steileren Teil über, wo wir kurz eine Pause machten, um uns eine Banane in die Fressluke zu werfen. Während der Pause kam eine Peruanerin den Berg hoch und zwischen einem Haufen unverständlichem Zeug hörten wir auch raus, dass es nur noch eine halbe Stunde bis Tanta sei. Das hielten wir aber für krass unrealistisch, weil wir schon vorher ein paar Mal ungeheuer optimistische Schätzungen betreffend der verbleibenden Wegstrecke gehört hatten und immer wieder enttäuscht worden waren.

Diesmal aber bewahrheitete sich die Prognose und als wir um den nächsten Berg bogen, sahen wir im Tal Tanta liegen... Ich kann euch sagen, das war eine gigantische Erleichterung. Die letzten Kilometer liefen sich wie von selbst und schon konnten wir uns auf den Plaza de Armas des kleinen Dörfchens auf 4300 Metern chillen. Ein Besoffener stresste ein bisschen, weil er von uns Plata, also Knete haben wollte, aber Hauptsache, man konnte sich hinsetzen, ein bisschen Kokatee trinken und musste nicht mehr laufen.

Es hatte ein bisschen zugezogen und zu tröpfeln begonnen, deshalb machten wir es uns für die Nacht einfach und nahmen uns ein Zimmer für 1,25 € pro Nase, schlürften noch eine Suppe und gingen wieder um 20:00 schlafen.



Tag 3


Mh, ja, hatte ich erwähnt, dass wir auf den letzten drei Stunden unserer Wanderung nichts mehr zu trinken hatten? Ja, hab' ich, aber ich wollt's an dieser Stelle noch einmal anbringen, weil das erste, was ich beim Aufstehen dachte, war: Hättste doch gestern mehr Kokatee getrunken, weil meine Lippen sich anfühlten als wären sie mit zwei Millimetern Hornhaut bedeckt. Die zweite Sache, die mir durch den Kopf ging war: Kann mal jemand diesen blöden Vogel köpfen, der da so ausdauernd und eintönig Schreie von sich gibt! (Es stellte sich heraus, dass das ein Papagei war. Leider köpfte ihn niemand und das Geschrei ging noch einige Stunden weiter.) Mein dritter Gedankengang betraf eher meine olfaktorische Umwelt und war mehr oder weniger eine Beschwerde meines Geruchssinnes, der meinen Schweinehund höflich dazu aufforderte, sich sofort zu verziehen, damit dem Aufstehen und dem Fensterschließen nichts mehr im Wege stünde. Grund: Durch das geöffnete Fenster zog ein bestialischer Gestank aus der Richtung der Küche herüber, den ich irgendwie unter schlecht verbranntem Diesel einordnete (wohl unwahrscheinlich, dass die mit Diesel kochen, das brennt ja unter halbwegs normalen Umständen eher nicht). Naja, der Schweinehund erwies sich als stärker als der Geruchssinn und so blieb ich noch bis neun im Bett liegen, während der Geruch sich nach einiger Zeit wieder verzog.

Irgendwann um neun oder halb zehn schälte ich mich dann doch aus meinem 6€-Schlafsack (in die Alpaka-Decken, die auf dem Bett lagen, hatte ich mich aus Rücksicht auf den darin vermuteten Mikrokosmos von naja, Parasiten irgendwie nicht legen wollen) und begab mich auf die Suche nach dem verschollenen Gabriel. Dem hatte die Höhe scheinbar am wenigsten ausgemacht und er hatte sich schon um 8:00 verabschiedet und hatte eine oberhalb des Dorfes liegende Laguna besucht. Auch mit Rumfragen konnte ich ihn aber nicht lokalisieren, machte noch ein paar Fotos von den Schneebergen rund ums Dorf und ging wieder zurück in unsere Herberge zu Jakob, dem die Höhe am meisten zusetzte. Aber auch der kam langsam auf die Beine und als dann irgendwann auch Gabriel eintrudelte machten wir uns vom Acker, um uns eine Fahrt nach Jauja, der nächsten Stadt zu organisieren.

Bald fanden wir einen Kleinbus, der auch nach Jauja fuhr und uns für 2,50€ mitnehmen wollte. Wir waren der Sache auch gar nicht abgeneigt und waren schon dabei, unsere Rucksäcke auf der hintersten Bank zu verstauen. Dann wurde aber auf einmal ein gehäutetes und geköpftes Vieh vorne auf ein paar Papiersäcke geschmissen (Paarhufer und klein, weiter konnten wir es nicht identifizieren). Dann fanden wir auf den Sitzen auch noch Blutflecken (eingetrocknet natürlich) und hörten raus, dass das Gefährt größtenteils als Fleischtransporter dient. Naja, wir nahmen dann von unserem Plan, mitzufahren Abstand und suchten uns was anderes... Das fand sich auch, ein sehr viel komfortablerer Bus. Noch nicht Reisebusstandard, aber doch etwas mehr als ein Fleischtransporter.

Bis zur Abfahrt hatten wir noch ein bisschen Zeit und die vertrieben Gabriel und ich uns damit, ein bisschen was gegen unser Defizit an warmen Mahlzeiten zu tun: Wir warfen jeweils zwei frittierte Forellen mit Reis ein. (Die Forellen kommen direkt aus dem Fluss und den Seen rund um Tanta und schmeckten einwandfrei lecker.) Wir waren ja schon ein bisschen skeptisch, wegen mangelnder Hygiene und verweichlichten Europäermägen und der Spruch „Wohl bekomm's“ war nicht nur als leere Phrase gemeint, aber offenbar waren unsere Befürchtungen unbegründet, auch den folgenden üblen Härtetest hielten unsere Mägen aus, ohne, dass es zum GAU gekommen wäre: Die Fahrt nach Jauja.

Es soll ja einige Menschen geben, die viel Geld für sogenannte Parabelflüge ausgeben. Wir haben eine günstige Alternative: Für nur 10 Soles kann man auf dem Weg von Tanta nach Jauja bestimmt 15 bis 20 Experimente in kurzfristiger Schwerelosigkeit durchführen. In anderen Worten: Die Straße ist das Letzte und dem Busfahrer ist's egal. Wir hielten uns mit allen verfügbaren Kräften fest und kamen dennoch mehrmals der Decke mit unseren Köpfen unangenehm nahe (okay, man hat in diesen Bussen eh nicht übermäßig viel Kopffreiheit, aber normal reicht's.)

In den Zeiten, in denen ich mal die Muse hatte, aus dem Fenster zu schauen, war ich immer wieder neu beeindruckt von den Bergen rundrum. Echt nicht schlecht, wie's im Laufe der Zeit die Sedimentschichtungen in einander verwickeln kann...

Wir hatten uns die Fahrt recht einfach vorgestellt, eigentlich so, dass es immer nur in einem Tal bergab gehen würde – falsch gedacht... Es ging nach einiger Zeit wieder um einen Berg rum und ein anderes Tal wieder bergauf, zu einem Pass hoch (Jakob als unser wandelnder Höhenmesser freute sich, ihm gings gleich wieder deutlich schlechter).

Freuen“ konnten wir und auch über die Musikuntermalung der Reise: Die beschränkte sich nämlich auf eine Kassette, auf der sich auch nur die Musik einer Interpretin befand. Wahrscheinlich würde einem fast jede Musik in einer fünf- oder sechsstündigen Endlosschleife irgendwann auf die Nerven gehen. Aber bei dieser ging's noch schneller, als es hätte sein müssen. Denn auf der Kassette befand sich eine Aufnahme einer Radiosendung, die eigentlich mehr eine Dauerwerbesendung für die Sängerin war und zwar von der schlechtesten Sorte... Ständig wurde uns erzählt, wie sehr diese Tussi die peruanische Folkloremusik revolutionieren würde... Für uns natürlich Grund genug, ihre Musik (die wir am Ende der Fahrt schon fast auswendig konnten) zu analysieren und zu dem Schluss zu kommen, dass sie extrem primitiv ist.

Irgendwann, es wurde schon langsam dunkel, kamen wir an eine Polizeisperre und dachten schon: „klasse... Was machen wir jetzt ohne Pässe? Schöner Sch***!“ (Das Mitnehmen von Ausweispapieren ist hier Pflicht.) Aber wir hatten unsere Herzschlagfrequenz umsonst gesteigert, es ging vielmehr um Schmuggelware, in anderen Worten: Forellen. Nach irgendeinem Gesetz dürfen diese nämlich nicht aus einem bestimmten Distrikt ausgeführt werden. Einer Frau war dieses Gesetz entweder unbekannt oder sie hatte es wegen ihrer optimistischen Grundeinstellung verdrängt, jedenfalls hatte sie sich gleich 60 Kilo Forellen mitgenommen, also nicht ganz im Rahmen dessen, was man als Eigenbedarf deklarieren könnte. Und weil der persönliche Bedarf der örtlichen Polizisten an Forellen gerade offenbar gedeckt war, erwiesen sich die Bestechungsversuche mit jeweils 3 Kilo Forellen pro Polizeinase als erfolglos (kein Witz jetzt) und wir standen mehr als eine halbe Stunde an der blöden Schranke, bis es weitergehen konnte. Später, es war mittlerweile stockdunkel, kamen wir endlich auf die erste Teerstraße, seit wir Cieneguilla verlassen hatten und erreichten gegen 20:00 Jauja.

Wir hörten uns erstmal nach Fahrten nach Lima um, und buchten eine für gute 4€ für die etwa siebenstündige Fahrt. Da wir bis zur Abfahrt noch Zeit hatten, ließen wir unser Gepäck im Reisebüro und schlenderten ein bisschen durch die Stadt. Zunächst ließen wir uns von unserm Hunger in ein Pollo a la Brasa-Restaurant treiben, das halbwegs angenehm aussah und ließen und da für 1,5€ ein dickes Hähnchenstück mit Pommes, Salat und Chicha (Maissüßmost) auffahren. Eine Offenbarung, echt megalecker und wieder keine negativen Meldungen aus dem Verdauungstrakt.

Danach begaben wir uns auf die Suche nach einem schicken Café, wo wir einen Kakao schlürfen wollten. Das fanden wir zwar nicht, dafür eine Kneipe mit Livemusik. Das einzige Unalkoholische, was die hatten, war Coca Cola (mit Zero Zucker) und Inca Cola (Tochter von Coca Cola, das Zeug riecht schwer nach Kaugummi), ich verzichtete daher freiwillig und lauschte nur der Musik. War nicht schlecht, echt eine sinnvoll angelegte halbe Stunde.

Jetzt parkten wir uns im Reisebus (diesmal echt ein Reisebus) und versuchten (zumindest was mich betraf) zu schlafen. Nicht ganz einfach und auch nicht ganz sinnvoll. Es ging nämlich wieder über einen Pass mit knappen 5000 Metern (ich bin mir ziemlich sicher, dass da oben neben der Straße Schnee lag, die anderen konnten das nicht bestätigen, vielleicht schob ich wegen der Höhe schon Filme, was weiß ich)... Wie auch immer, ich komme mal darauf zurück, wie sinnvoll es ist, auf so einer Fahrt zu schlafen: Leider funktioniert das Mittelohrdruckausgleichsystem (kurz: MoDaS) nicht automatisch (sonst hieße es auch AMoDaS) und als ich Lima ankam, war leider meine Konnektivität zur Außenwelt schwer eingeschränkt: Ich hörte fast nichts mehr, meine Ohren waren zugefallen. Ihr werdet das Gefühl wahrscheinlich kennen, aber bei mir hielt das vorher noch nie länger als ein paar Minuten an. Diesmal dauerte es mindestens einen Tag, bis es sich langsam verflüchtigte.

Aber auch mit komplett funktionierendem Akustikapparat hätte ich wohl diesen (wie immer) diesigen limeñer Morgen nicht besonders genießen können. Komplett gerädert und extrem schweigsam (oder hörte ich nur nichts?) schleppten wir uns vom Bus zum Taxi zum Colectivo zum Colégio ins Bett.

 

 

14.10.07 05:50


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