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Andentour

So. Wir sind zurück von unserer kleinen Tour durch die Anden und ich werde ein bisschen berichten, was wir so alles erlebt haben.

Eigentlich wollten wir ja in den ersten Ferien gleich ins Ausland, um unser immer nur für 90 Tage gültiges Visum zu verlängern. Irgendwie scheint es aber in Lima auch eine Möglichkeit zu geben, das Visum für ein bisschen Kohle zu verlängern. Deshalb nahmen wir von der Auslandstour Abstand und nahmen uns vor, ein bisschen die nähere Umgebung Cieneguillas zu erkunden und einfach mal das Flusstal rauf zu fahren.

Wir hatten nur eine sehr diffuse Vorstellung davon, was uns da oben erwartete, aber wir machten uns mal für eine größere Zelttour klar. Für mich ging’s deshalb am Montag noch mal nach Lima zum Campingequipment kaufen, denn Isomatte und Schlafsack hatte ich aus Deutschland nicht mitgebracht. Aber nicht so schlimm, einfach in den Bus gesetzt, zum Jockey Plaza gefahren, einem riesigen Einkaufszentrum und dort mal die Supermärkte nach Campingzeug durchsucht. Die Ergebnisse waren sehr mau, auf mehreren zehntausend Quadratmetern Verkaufsfläche fanden sich grad mal geschätzte drei für Campingausrüstung, wobei die Preise entweder total niedrig oder exorbitant hoch lagen. Naja, ich orientierte mich eher nach unten und nachdem ich einen Schlafsack gefunden hatte, in den ich auch ausgestreckt halbwegs rein passte holte ich mir den (umgerechnet 6 Euro) und zwei Isomatten (eine war zu dünn, Preis: 2,50€/Matte).

Zu Hause ging’s dann ans Packen und Fresspakete verteilen. Wir nahmen zum Beispiel ein paar Kilo Limonen zum Wassergeschmack verbessern mit.



Tag 1


Am Dienstag ging’s um halb neun vom Colégio weg zur Hauptstraße von Cieneguilla, wo wir auf einen Bus hofften. Mit uns waren ein Lehrer und eine weitere Deutsche gekommen, die aber nur einen Monat hier in Cieneguilla bleibt. Die beiden wollten in einem Dorf weiter oben im Tal eine Route für eine Klassenfahrt auskundschaften.

Wir saßen einige Zeit an der Haltestelle rum, bis wir uns dafür entschieden, ein Colectivo bis zum Ortsende zu nehmen und von dort aus mit einem Taxi die erste Wegstrecke zu fahren. Direkt hinter Cieneguilla hört die Teerstraße auf und man rumpelt mit mäßigem Tempo über eine enge Schotterstraße, die sich auf der einen Seite an den Berg schmiegt und auf der anderen über dem Abgrund lehnt. Aber noch war alles im grünen Bereich, der Fahrer schien die Strecke ein und auswendig zu kennen (kein Wunder, er fährt sie seit 10 Jahren). Auch eine Reifenpanne auf halbem Weg konnte uns nicht aufhalten, so was passiert hier ständig und deshalb sind die Fahrer sehr geübt darin, die Teile zu wechseln. Auf unserem Weg kamen wir durch einen Ort mit dem schicken Name „Nieve Nieve“ („Schnee Schnee“, ich kann mir nicht vorstellen, dass in so einem Tal in der Wüste auf noch gemäßigter Höhe allzu oft Schnee fällt…

Nach einer knappen Stunde waren wir dann am ersten Ziel unserer Reise: Einem kleinen Dorf namens Antioquía auf schon deutlich mehr als 1000 Metern ü.N.N. Das Teil war durchaus sympathisch, vor allem wegen den überaus farbenfroh bemalten Häusern. Was uns nicht so gefiel, war die Landschaft rundrum. Die war nämlich noch genauso wie in Cieneguilla und deshalb irgendwie öde. Laut gewissen Gerüchten soll der Kakteenbestand in dieser Höhe sehr interessant sein, aber mal ganz ehrlich: was interessieren einen Kakteen, wenn man mal wieder grüne Landschaften und Bäume sehen will? So blieb uns dreien nichts anderes übrig, als noch ein bisschen auf den Bus zu warten, der irgendwann auch tatsächlich kam und uns ein bisschen landschaftliche Abwechslung verschaffen sollte.

Wir hatten gehört, dass der Bus bis in ein Kaff namens Huarochiri fahren sollte. Von dort aus wollten wir dann über einen Pass in ein anderes Tal laufen. Bevor es mit dem Bus losging, ließen wir uns noch kurz von einem Einheimischen ungefähr den Weg erklären, den wir zu gehen hatten.

Ich hatte angenommen, dass Huarochiri noch im Tal des Cieneguiller Flusses (das könnte der Lurin sein, aber da bin ich nicht so sicher) liegen würde. Das war aber nicht der Fall. Die extrem schmale Holperpiste von Straße wand sich immer mehr das Tal nach oben und fuhr schließlich über einen Pass und eine Hochebene (geschätzte gute 4000 Meter) in ein anderes Tal, in dem die Dörfer Huarochiri, San Lorenzo de Quinti und San Juan de Tantaranche lagen. Wir ließen uns beraten und fuhren bis San Juan, das am nächsten an unserem Pass lag.

Mittlerweile war es Nacht geworden und wir durften einen gigantischen Sternenhimmel bewundern mit einer Milchstraße, wie sie von Deutschland so nicht zu sehen ist… Es hat echte Vorteile, in den Bergen Sterne anzugucken. Tja, es gibt aber auch echte Nachteile. Wenn man nämlich nicht die ganze Zeit nur in den Himmel schauen will, kommt man auch auf den läppischen 3200 Metern von San Juan übel schnell außer Puste. Wir machten deshalb sehr langsam und suchten uns außerhalb des Dorfes einen Platz zum Übernachten. Den fanden wir: Eine Gesundheitsstation des Gesundheitsministeriums hatte nach hinten raus ein schick überstehendes Dach und so verzichteten wir für die erste Nacht mal darauf, ein Zelt aufzubauen.

Da ich von meinem Billigschlafsack nicht viel erwartete, packte ich mich ordentlich dick ein, T-Shirt, Pulli, Kapuzenpulli, dünne Jacke, lange Unterhose, Hose, Sonnenhut, Palestinensertuch, ein doppeltes Paar Socken und noch eine Decke um die Füße, die ich aus dem Flugzeug mitgenommen hatte. So ausgestattet konnte temperaturmäßig gar nichts schief gehen. Geschlafen haben wir alle trotzdem schlecht – vermutlich wegen der dünnen Luft, die für unseren üblichen Atemrhythmus einfach zu wenig Sauerstoff enthielt.



Tag 2


Am Mittwochmorgen stärkten wir uns zunächst mit einer ordentlichen Dosis Koka-Tee (soll gegen Höhenkrankheit helfen, vor allem aber gegen Austrocknung), wir erledigten die letzten Einkäufe, schließlich rechneten wir damit, vier Tage lang von jeder Zivilisation abgeschnitten zu sein.

Die Höhe setzte uns schon zu. Während sie sich bei den beiden anderen hauptsächlich durch starke Kopfschmerzen bemerkbar macht, war ich einfach nur schlapp und hatte gar nicht unbedingt das Bedürfnis, aufzustehen.

Wir schafften es dann doch, loszukommen und das noch einigermaßen gut gelaunt, denn die Landschaft konnte sich sehen lassen. Endlich das, was wir wollten: Wir starteten in einem Tal voller Farben mit hohen Bergen und im Duft von Eukalyptusbäumen, der Himmel war wolkenlos, die Temperatur aber genau richtig um im T-Shirt zu wandern. Im Tal plätscherte der Fluss und wir teilten uns erst mal den Weg mit einer Kuhherde. Wir ließen es ganz entspannt angehen, mussten aber doch schon recht häufig eine Pause machen. Langsam entfernten wir uns von der Zivilisation und begegneten immer weniger Peruanern, andere Touris gab’s sowieso nicht. Wir stiegen langsam höher, bogen rechts in ein Seitental ein.

Nun, vor der Mittagspause traten erste starke Ermüdungserscheinungen auf. Noch waren unsere Rucksäcke rappelvoll gepackt mit Proviant und, bei mir, fünf Litern Wasser. Wir mussten immer häufiger eine Pause einlegen und fast hyperventilieren, um den Sauerstoffgehalt in unserem Blut wieder zu normalisieren. Damit sich unser Blut nicht zu stark verdickte, tranken wir extrem viel, sodass unsere Wasservorräte immer magerer wurden. Etwa zur Mittagszeit fanden wir dann zum Glück einen Bach, der unserem Ermessen nach nicht über eine Kuhweide gelaufen war und bei dem wir unsere Flaschen auffüllten. Wir hatten leider die Wasserdesinfektionstabletten vergessen und mussten deshalb hoffen, dass es nicht mitten auf dem Berg einen von uns erwischt und wir ihn den restlichen Weg tragen müssten. Die Befürchtungen bezüglich des Wassers bewahrheiteten sich nicht, es schmeckte fast besser als das gekaufte und wir konnten keine Krankheitssymptome darauf zurückführen. Ich verbrachte die meiste Zeit der Mittagspause damit, auf einer Isomatte zu ratzen, so total am… äh, fertig war ich. Das ist absolut nicht zu beschreiben, den anderen ging’s aber nicht viel besser. Als wir uns wieder aufgerafft hatten, gingen wir mit gesenktem Kopf weiter, immer nur auf die nächsten paar Meter achtend, dann alle zehn, zwanzig Meter mal kurz den Kopf heben um zu überprüfen, wie der Weg weitergeht, wieder auf den Boden achten und weiter. Gegen Ende des Tages wurden die Pausen immer länger und die Gehabschnitte immer kürzer. Vielleicht lag's an der zunehmenden Höhe, vielleicht an der zunehmenden Erschöpfung, wahrscheinlich an beidem. Aber ich kann eigentlich nicht klagen, ich war „nur“ todeserschöpft. Meinen Füßen ging's gut, ich hatte kein Kopfweh, keine Verdauungsstörungen, keine Übelkeit... Alles im grünen Bereich also. Irgendwann gegen fünf kamen wir dann auf ein kleines Plateau und beschlossen, tot wie wir waren, hier unsere Zelte aufzuschlagen, was bei den windigen Verhältnissen, der dünnen Luft und der rasch fallenden Temperatur recht lange dauerte. Danach noch ein bisschen was gegessen und getrunken, den wunderbaren Sonnenuntergang bewundert und dann vor der eisigen Kälte ins Zelt geflüchtet. Obwohl es erst 19:00 Uhr war, fühlten wir uns so erschöpft, es hätte auch 23:00 oder 24:00 Uhr sein können

In der Nacht war mir in meiner dicken Verpackung wieder erfreulich warm, einen besonders guten Schlaf hatten wir auf guten 4000m aber wieder nicht – wahrscheinlich eben wieder wegen dem mangelnden Sauerstoff.



Tag 3


Am Donnerstag wachten wir wie gerädert auf, wir hätten wahrscheinlich noch fünf Stunden länger liegen bleiben können und wir hätten uns nicht besser gefühlt. Deshalb raus aus den Kojen und den strahlenden Sonnenschein bewundert. Ein bisschen was zu Essen und Trinken reingedrückt (meine Kehle war so trocken, dass jeder Schluck höllisch weh tat), die Hühner gesattelt und weiter.

Bald nachdem wir unseren Zeltplatz verlassen hatten, öffnete sich das Tal, das bisher sehr schmal und steil gewesen war zu einer Ebene, durch die wohl früher mal ein Gletscher gerutscht war. Leichter wurde der Weg für uns deshalb leider nicht, weil wir uns am Rand der Ebene den Berg rauf quälen mussten. Aber, was sehr viel wichtiger war, wir sahen jetzt, wie weit wir höchstens noch nach oben mussten, auch wenn noch nicht klar war, wo genau unser Pass war. Die Vorfreude auf den Pass mobilisierte nochmal ein paar Extrakräfte und wir schafften es etwa zur Mittagszeit, den Pass (etwa 4700m) zu überqueren. Oben waren wir allerdings zu schlapp um irgendwelche Fotos zu machen, wir schleppten uns noch ein paar Meter nach unten und legten uns erstmal in den Windschatten eines dicken Steins. Was uns ein bisschen Sorgen bereitete waren unsere Wasservorräte, die waren nämlich aufgebraucht und uns war nicht ganz klar, wann wir wieder Trinkbares finden würden. Unser Zieldorf, Tanta, schien noch eine Ewigkeit entfernt, ich war davon überzeugt, dass wir nochmal irgendwo im Zelt würden übernachten müssen. Zügig rafften wir uns wieder auf und machten uns an den weiteren Abstieg. Ein relativ steiles Stück direkt nach dem Grad mündete in eine weite Ebene, die ein bisschen an die Totensümpfe in Herr der Ringe erinnerte. Trockenes Gras, und Labyrinthe von Moospolstern, zwischen denen ein bisschen Brackwasser stand und auf denen eine große Lamaherde nach Futter suchte. Arg viel Zeit hatten wir aber nicht für die Wunder der Natur, unsere Ziele waren klar definiert: Abwärts! Wasser!.

Unsere Gehetappen wurden länger, die Pausen weniger und kürzer, das Gelände war schön eben und die Anstrengung hielt sich in Grenzen. Das lange Tal ging irgendwann wieder in einen steileren Teil über, wo wir kurz eine Pause machten, um uns eine Banane in die Fressluke zu werfen. Während der Pause kam eine Peruanerin den Berg hoch und zwischen einem Haufen unverständlichem Zeug hörten wir auch raus, dass es nur noch eine halbe Stunde bis Tanta sei. Das hielten wir aber für krass unrealistisch, weil wir schon vorher ein paar Mal ungeheuer optimistische Schätzungen betreffend der verbleibenden Wegstrecke gehört hatten und immer wieder enttäuscht worden waren.

Diesmal aber bewahrheitete sich die Prognose und als wir um den nächsten Berg bogen, sahen wir im Tal Tanta liegen... Ich kann euch sagen, das war eine gigantische Erleichterung. Die letzten Kilometer liefen sich wie von selbst und schon konnten wir uns auf den Plaza de Armas des kleinen Dörfchens auf 4300 Metern chillen. Ein Besoffener stresste ein bisschen, weil er von uns Plata, also Knete haben wollte, aber Hauptsache, man konnte sich hinsetzen, ein bisschen Kokatee trinken und musste nicht mehr laufen.

Es hatte ein bisschen zugezogen und zu tröpfeln begonnen, deshalb machten wir es uns für die Nacht einfach und nahmen uns ein Zimmer für 1,25 € pro Nase, schlürften noch eine Suppe und gingen wieder um 20:00 schlafen.

So, das langt erstmal. Das nächste Mal erzähle ich noch, wie wir wieder nach Hause gekommen sind. Außerdem hab' ich euch mit Google Earth mal eine Tour gebastelt, damit ihr mal unsere Route abfliegen könnt. Das kommt aber dann beim nächsten Mal...

Hier gibt's die Bilder zur Tour:

Andentour

8.10.07 18:43


Endlich wieder was langes :-P

So, jetzt versuch ich’s noch einmal mit dem Blogeintrag, vielleicht mach' ich demnächst noch ein paar Bilder rein, um ihn ein bisschen aufzulockern, is ja schon recht lang...

Wird ja auch langsam wieder Zeit, ich hab’ ja schon länger nicht mehr ausführlicher von mir hören lassen.

Ich werde mal mit der Warmwassersituation anfangen. Wie ich ja glaube ich schon mal erwähnt habe, wird das Wasser, das bei uns aus dem Wasserhahn kommt, hier direkt aus dem Boden gepumpt, weil’s hier in Cieneguilla keine öffentlichen Frischwasserleitungen gibt. Das heißt, jedes Haus hat seinen eigenen Wasserturm. Die Leute, die am Berghang wohnen, haben es da natürlich gut, die müssen einfach nur ein 1000 Liter-Fass so weit auf den Berg tragen wie sie wollen und es mit einer Pumpe und Rohren ausstatten. Die öffentliche desagüe (Dreckwasserableitung) beschränkt sich meines Wissens darauf, das Zeug einfach in den Fluss zu leiten. Eine Kläranlage habe ich hier noch keine gesehen und der Fluss riecht auch teilweise recht unangenehm. Naja, wie dem auch sei. Vor einer guten Woche hat sich jedenfalls unsere Warmwassersituation zügig verschlechtert, bis das Warmwasser seinen Namen nicht mehr verdiente, was natürlich mir als passioniertem Warmduscher gar nicht passt. Wir haben uns dann mal auf Fehlerbehebungstour gemacht und uns hier mal das Warmwassersystem angeschaut. Auf dem Dach finden sich zwei Sonnenkollektoren (super Sache, hier scheint ja immer die Sonne), von denen einer aber kaputt ist, bei den vier großen Wassertanks haben wir aber auch noch einen Boiler gefunden, der sein Wasser theoretisch ins gleiche System einspeist wie der Sonnenkollektor. Ich bezweifle allerdings, dass der funktioniert, da wir weder eine Strom- noch eine Gaszuleitung lokalisieren konnten. Aber lange Rede kurzer Sinn: Kurz mal den Sonnenkollektor unter einer Wanderdüne hervorgeschaufelt und das Wasser ist wieder angenehm warm. (Nee, krasse Übertreibung, es hatte sich nur eine Schicht von Sand/Staub auf die Rohre gelegt, die muss man halt regelmäßig abwischen, weil’s keinen Regen gibt, der das erledigen könnte.)

Kommen wir zur Unterrichtssituation: Ich hab’ höchstwahrscheinlichst schon erwähnt, dass ich die erste, zweite und dritte Klasse in Englisch unterrichte, also mehr oder weniger mit ihnen Gedichte spreche, Lieder singe, durchs Klassenzimmer hüpfe und Bilder male… Anfangs hat mich das ziemlich belastet, ich wusste nicht genau, was ich machen sollte, meinen Crashkurs in Waldorfpädagogik fand ich nicht ganz ausreichend, um gleich als vollwertiger Lehrer eine Klasse unterrichten zu können. Vor allem die erste Klasse hat mich dann auch ziemlich geschockt. Obwohl ich die ersten Stunden mit der Klassenlehrerin zusammen gemacht habe, steppte im Klassenzimmer der Bär, und das ziemlich unkontrolliert. Ich weiß nicht, was mit dieser Klasse los ist, vielleicht liegt’s dran, dass nur zwei Mädels und sieben Jungs drin sind (klingt überschaubar, isses aber nicht). Auf jeden Fall schlagen sich die Jungs ständig die Köpfe ein und auch zu zweit hat man alle Hände voll zu tun, die Kinder wieder an ihren Platz zu führen und hinzusetzen.

Nach der ersten Klasse habe ich immer die dritte und das ist sooo ein Unterschied *schwärm*. Okay, ich hab’ das schon mal gesagt, aber ich hab’ mal ein konkretes Beispiel aus der letzten Unterrichtsstunde: Erst mal schönes Kanonsingen (manche Klassen bekommen schon das nicht hin) dann noch ein schickes Gedicht mit einem Haufen Berufe (ist ja Thema der dritten Klasse) und danach hab’ ich auf Anregung der Klassenlehrerin den Kindern gesagt, sie sollen mal kleine Dialoge miteinander machen. Also immer zwei nach vorne kommen, sich begrüßen, ein paar Höflichkeiten austauschen und dann irgendwelche Fragen stellen, die ihnen so durch den Kopf zischen. Das ist eigentlich schon eine verdammt schwierige Aufgabe und ich hätte die von allein nicht gestellt und für die Kinder war es tatsächlich ziemlich hart, weil sie bisher nur das Antworten gewohnt sind. Aber egal, wie sehr sie sich quälten, fast alle wollten mal nach vorne und ein bisschen reden. Wenn ich mich da an meine Klasse erinnere… :-)

Die zweite ist so ein Mittelding. Die muss man immer ausreichend beschäftigen, dann geht’s halbwegs. Aber auch bei der ersten Klasse gibt’s vielleicht einen Hoffnungsschimmer. In der letzten Stunde hat die Klassenlehrerin den schlimmsten Übeltäter mal aus dem Klassenzimmer entfernt und ich hab’ mich angestrengt, den Kids die ganze Zeit ohne eine kleine Pause Action zu bieten, sodass sie gar keine Zeit haben, mir auf der Nase rumzutanzen. Diese Art von Unterricht ist zwar immer noch nicht so angenehm wie in der dritten, aber doch bei weitem nicht so frustrierend, wie wenn man die halbe Stunde für Ordnung sorgen muss…

Am Mittwoch wurden wir ins „Instituto pedagógico Schiller-Goethe“ eingeladen. Das ist das Waldorflehrerseminar hier in Lima und wurde von den Schulgründern der Cieneguiller Waldorfschule ins Leben gerufen. Obwohl es (wie uns gesagt wurde) das einzige seiner Art in der spanischsprachigen Welt ist, fühlen sich die 15 Studenten ein bisschen einsam und versuchen, ein bisschen für Publicity zu sorgen, damit vielleicht auch ein bisschen mehr Geld in die Institutskasse kommt. Deshalb haben sie sich überlegt, dass sie gerne eine Website hätten und neue Flyer wären auch nicht schlecht. Und wir Deutschen als Spezialisten auf diesen Gebieten [/bisschen Ironie] sollen da mithelfen. Außerdem wollen einige noch ein Instrument lernen, also noch mal ein bisschen mehr Arbeit für uns. Aber die Studenten da sind supernett und auch das Institut macht einen sehr einladenden Eindruck. Es steht auf einem ziemlich großen Gelände mit perfekter Verkehrsanbindung und hat sehr großzügige Räume. Das Grundstück wurde (wenn ich das richtig verstanden habe) Anfang der neunziger Jahre während einer ziemlichen Krise in Peru gekauft (Terrorismus, Inflation & Warenunterangebot), als ziemlich viele Peruaner ihrem Land den Rücken kehrten und die Immobilienpreise auf einem Tiefststand waren…

Naja, so super ist die Verkehrsanbindung dann zumindest abends um sieben doch nicht, zur Rush Hour waren alle Busse nach Cieneguilla dermaßen rappelvoll, dass keiner hielt und Gabriel und ich erstmal mit einer anderen Linie fahren mussten und mit viel Glück noch einen Miniminibus nach Cieneguilla erwischten.

Am Freitag fand in der Schule die Michaeli-Feier statt und zu diesem Anlass sollte im Auditorium das Michaelsfeuer entzündet werden. Zu diesem Zweck hatte Jakob am Donnerstag noch Benzin und irgendeine Alkoholblurre gekauft. Die mussten wir am Donnerstagabend gleich noch austesten und ein paar kleine Versuche durchführen, also zum Beispiel: Wie macht sich das, wenn man das Zeug brennend vom Balkon kippt? (Antwort sehr gut) oder Wie ist es, die Mixtur aus Versehen brennend über die Hand laufen zu lassen? (Antwort: Nicht ganz so gut (nix passiert übrigens :-) )).

An besagtem Freitag begann dann um neun die Feier im Auditorium (und damit zu einer Todesuhrzeit für mich, normal steh’ ich da erst auf), auf jeden Fall, so wie man das eben kennt, schicke Lieder und so, dann wurde das Feuer angezündet und die Kinder durften sich auf verschiedenen Parcours auf dem Pausenhof austoben, auf Baumstämmen über Wasser balancieren und so Geschichten.

Währenddessen begaben wir Zivis uns mit der neunten und der zehnten Klasse auf einen der Berge hier rundrum. Die etwa 600 Höhenmeter, die wir auf dem Weg zum Gipfel zu überwinden hatten, waren ziemlich hart, muss ich sagen. Erst ging’s in einem Tal zwischen zwei Bergkämmen entlang, dann ziemlich steil rauf zu einem Pass, von da an auf einem Grat bis zum Gipfel. Und all das auf dem altbekannten verdammt instabilen zusammengebackenen Sand hier, der einen an den steilen Stellen bei einem Schritt nach oben inmitten einer kleinen Gerölllawine wieder drei Schritte nach unten befördert (mh, nee, übertrieben, sagen wir einen halben, wenn man vorsichtig ist). Außerdem natürlich wieder strahlender Sonnenschein, sodass einem der Schweiß in Strömen übers Gesicht lief, zum Glück hatte ich fünf Liter Wasser dabei, auch wenn der Aufstieg damit nicht angenehmer wurde. Oben angekommen pflanzten die Schüler eine mitgebrachte Sankt Michaels-Flagge (übrigens heißt der Typ in manchen Lieder San Miguel und in manchen San Micael, wahrscheinlich je nachdem, wie viele Silben man grad braucht). Der Rückweg war dann wieder sehr viel angenehmer, da konnte man auf dem Sandzeug mehr oder wenig runterrutschen.

Am Abend ging’s dann noch auf das für mich erste Konzert mit dem Sinfonieorchester. Auf dem Weg nach Lima sprach uns im Bus ein Peruaner an, der irgendwie ein ziemlicher Deutschenfan war. Die meisten anderen, die einen als Deutschen identifizieren, fragen einen erstmal, ob man Pizarro und Guerrero kenne (puhh, ich hoff’, ich hab’ die jetzt richtig geschrieben, zwei peruanische Fußballspieler, die in Deutschland spielen, Pizarro glaub’ aber mittlerweile nicht mehr), zweiter Programmpunkt in der Touri-Fragestunde: Wie einem Ceviche schmeckt, so ein peruanisches Gericht mit rohem Fisch, haben wir aber noch nicht probiert. Nicht so aber bei besagtem Mitfahrgast. Ich bin nicht ganz mitgekommen bei seiner Erzählung, aber irgendwie hatte er in seiner Schule eine deutsche Lehrerin, die für ihn so was wie eine Ersatzmutter war und außerdem hatten irgendwelche Deutschen ein Krankenhaus für Arme gebaut, jedenfalls Gründe genug, sehr ausgiebig darüber zu schwärmen, was für ein großes Herz die Deutschen haben (im Gegensatz zu den Amis, die mochte er nicht).

Aber zurück zum Konzert: Das fand in irgendeinem auditorio municipal statt, so ein open air amphitheater-style Ding und war eher kurz: offiziell drei Stücke und dann noch eine Zugabe, die von uns Deutschen noch keiner vorher gesehen hatte… Naja Überraschung halt. Während das restliche Orchester das Teil schon in- und auswendig kannte, schaute ich bei den vertrackten peruanischen Rhythmen teilweise in die Röhre. Um eine Röhre ging’s in dem Stück irgendwie auch. Das hieß nämlich „… de un solo caño“. An das erste Wort erinnere ich mich nicht mehr, aber caño heißt laut meinem Wörterbuch so viel wie Röhre, Abflussrohr… Komischer Titel für ein Volkslied.

Wie auch immer. Nach dem Konzert gab’s erst mal großes Häppchenschlemmen, es gab alle möglichen Sorten an Fingerfood, die wir mit Bärenhunger vertilgten. Danach zogen wir mit ein paar Leuten aus dem Orchester noch durch die limeñer Kneipen und besoffen uns hemmungslos, chrem, nein, Quatsch. Wir wollten ins Kino gehen, aber das erste war wegen mangelnder Erdbebensicherheit von der Stadt geschlossen worden (ausnahmsweise kein Witz) und im zweiten lief nur Mist. Also stürmten wir einen Supermarkt (die haben hier bis um 22:00 oder so auf), kauften die Früchteabteilung leer (grobe Übertreibung) und schnippelten uns einen schicken Obstsalat zusammen, was unserer Gesundheit sicher auch nicht abträglich war, unser Körper lechzt geradezu nach Vitaminen, zumindest nach echten. Im Essen sind hier eigentlich keine drin, da bekommt man über den Reis ja nur Stärke zugeführt. Dafür sind dann in Margarine und selbst in dem Wasser, das man sich in Flaschen kauft Vitamine zugesetzt – toller Ausgleich.

Nach der Aktion kamen wir dann so um halb drei / drei morgens wieder nach Cieneguilla.

Gut, noch ein kurzes Wort zum Sonn… nein, zum Nahverkehrssystem: Es gibt hier im Großen uns Ganzen drei Möglichkeiten in Lima und Umgebung herumzukommen: Da wäre zunächst der Bus: Der ist verdammt günstig, man zahlt für die Strecke Cieneguilla – Lima normalerweise nur 1,50 Soles (4 Sol = 1 €. Dafür muss man dann halt mit recht wenig Beinfreiheit leben oder, noch ungünstiger, stehen und sich ständig von einem Typ anhören, man soll weiter nach hinten gehen, auch wenn man schon ganz hinten ist. Außerdem macht der gleiche Typ beim Aus- und Einsteigen ständig Stress „sube, sube, sube!“ (einsteigen, keine Ahnung, ob man das so schreibt, ich hör' das ja nur immer), oder „baja, baja, baja!“ (aussteigen), als ob man nicht selber wüsste, was man zu tun hat. Der Typ, ich nenn ihn mal freundlich Fahrtbegleiter ist außerdem dazu da, an den Haltestellen das Schild mit der Endhaltestelle rauszuhalten, diese auch noch lauthals auszurufen und während der Fahrt das Geld zu kassieren.

Die nächstbessere Reisemöglichkeit ist das Colectivo, also ein Sammeltaxi, das immer die gleiche Strecke abfährt und alle mitnimmt, die auf der Strecke die Hand raushalten. Je nach Fahrer gehen in ein Colectivo zwischen vier und sieben Leute rein (es gibt ja noch einen Kofferraum). Die Beinfreiheit ist hier auch nicht signifikant besser als im Bus, aber man ist schon deutlich schneller in der Stadt (Bus: eine gute Stunde, Colectivo: vielleicht vierzig Minuten). Dafür löhnt man auch doppelt so viel und an Sonn- und Feiertagen sowie abends kann’s auch mal fünf Soles kosten.

Zu guter Letzt gibt’s noch das Taxi, das braucht man aber nur um in Lima-Zentrum zu Stellen zu kommen, wo kein anderes Verkehrsmittel hinfährt oder in der Nacht, wenn keine Busse oder Colectivos mehr nach Cieneguilla fahren. Vor allem wenn man alleine ist, kann’s dann teuer werden, die Fahrt nach Cieneguilla zwischen 20 und 30 Soles.

Ein bisschen unangenehm ist die Kälte abends. Im Zimmer ist es mittlerweile kein Problem mehr, aber trotzdem ist der Temperaturabfall am Abend doch bemerkenswert. In Deutschland ist man es gewohnt, dass nach einem warmen Tag die Nacht schön lauwarm wird. Hier muss man sich ab sechs Uhr abends schon in einen Pulli wickeln. Bis mir das in Fleisch und Blut übergegangen ist, immer noch ein, zwei Schichten Klamotten in den Rucksack zu packen, musste ich in Lima manchmal äußerst unangenehme Bibbererfahrungen machen.

Eine andere Sache, die mich verwundert hat, war die peruanische Fanta. Wenn man die im Laden sieht, denkt man sich natürlich, die wär’ wie in Deutschland, weil sie von der Aufmachung her total identisch ist. Aber einmal dran geschmeckt vergeht der Eindruck recht schnell. Das Zeug schmeckt wie Wasser und Brausepulver… Total künstlich. Ein Grund mehr, Coca Cola nicht zu unterstützen.

Es ist übrigens recht knifflig, hier einigermaßen politisch korrekt einzukaufen. Irgendwie hat man das Gefühl, es gäbe hier fast nichts, was nicht irgendwie von Nestlé oder Coca Cola stammt… Äußerst unangenehm.

Puh, das war ja jetzt einiges, ich hoffe, ihr habt’s geschafft, es bis zum Ende durchzulesen.

Mir geht’s weiter / wieder allerbestens, vor allem, weil ich jetzt erstmal eine Woche Ferien habe :-) Wir Jungs werden wahrscheinlich campend hier das cieneguiller Tal ein bisschen aufwärts wandern/trampen/wasauchimmern, Hauptsache, wir kommen vorwärts.

Deshalb bin ich auch in den nächsten Tagen nicht zu erreichen. Ab Montag bin ich wieder am Start. 

1.10.07 17:35


Boah, Leute, ich hab keinen Nerv mehr. Ich hab' euch grad richtig viel geschrieben, aber die Seite hier hat mich rausgeschmissen...

Naja, ich hab euch hier mal die Bilder, den Text liefer ich euch vielleicht morgen nochmal nach... Das schaff ich jetzt nicht nochmal...

 

Verschiedene Bilder September

30.9.07 02:06


Ein Foto

Hallo ihr alle... Irgendwie isses ja in meinem Blog nicht arg weit her mit Bildern. Deshalb lad ich mal das hier hoch:

 


So schaut's aus, wenn man auf der Straße direkt am Colegio steht.

Okay, ist jetzt nichts weltbewegendes, aber ich bin in letzter Zeit nirgendwo neues gewesen. Vielleicht bring ich euch mal Bilder vom Orchester mit. 

 

24.9.07 01:14


In den nächsten fünf Wochen sind die Gründer der Schule und mit ihnen ihr Laptop in Deutschland. Das heißt, ich werde mich wohl nicht mehr so oft melden können.
21.9.07 00:40


Och nee

Hey, irgendwie könnte es mich ja schon nerven: Gestern hat's mich schon wieder erwischt. Nach dem Unterricht in der ersten und dritten Klasse hab' ich Kopfweh bekommen und später noch ein bisschen Fieber... Wieder so, dass ich keinen Appetit hatte und auch nichts lesen konnte wegen dem Kopfweh...

Naja, aber ganz so schlimm wie letztes Mal ist es nicht, ich fühl mich heut' noch ein bisschen matschig, aber eindeutig auf dem Weg der Besserung. Ich denk morgen oder übermorgen bin ich wieder gut fit.

Was meine Castellano-Kenntnisse angeht, muss ich sagen, bin ich froh, dass ständig Leonardo (Posaunenlehrer) und Kurt (Geigenlehrer) bei uns abhängen. Mit denen lässt sich's super schwätzen und Spanisch lernen... Irgendwann demnächst will uns auch eine Lehrerin hier von der Schule regelmäßig Spanischstunden geben, das ist glaub' ich eine super Sache. Meine Motivation, irgendwelche Bücher zu wälzen ist nämlich nur mittelmäßig bis gar nicht vorhanden...

20.9.07 23:01


Grr

Mh, blöde Sache, grad hab ich einen schönen Blogeintrag geschrieben und dann war die Verbindung zum Server weg und ich darf nochmal, also:

Dieser komische Typ, der in Deutschland für die Plakate verantwortlich ist, hat unser schönes Teil total verunstaltet und sogar einen Rechtschreibfehler reingebaut (hihi). Jetzt heißt es nicht mehr Colegio, sondern Colaegio... Was der wohl von Coca Cola dafür bekommen hat :-P

Naja, da waren halt dann anderthalb Tage Arbeit umsonst, nicht so schlimm...

Was ist sonst noch passiert? Am Samstagabend war ich mit Jakob auf einer schicken Grillfete bei Pundsacks (bei der es fast nur Fleisch zu Essen gab, um die paar Kartoffeln musste man sich schlagen), danach ging's zum Flughafen, unseren neuen Kollegen Gabriel abholen. Der kommt wie Jakob aus Stuttgart und die beiden kannten sich vorher schon.

Gestern (Sonntag) waren wir im Orquesta Sinfonica Nacional, da wurde uns dann die Sinfonie Aus der Neuen Welt von Dvorak vorgesetzt und ich sollte gleich mal ein paar Soli spielen, an irgendwelchen Stellen mit fünf Kreuzen, ist klar, schaff ich mit links [/ironie] (heut hab' ich's noch ein paarmal durchgespielt, jetzt klappt's).

Soweit die Neuigkeiten, mir geht's weiterhin oder wieder gut,

Viele Grüße,

Joachim

17.9.07 23:22


Peru in Deutschland

Sehr schön, ich hab' grad gehört, dass die Pforzheimer Konferenz jetzt endgültig eine Gruppe von Schülern meiner Schule in Cieneguilla eingeladen hat, am 4.10. (das ist glaub' ein Donnerstag) abends eine Tanzaufführung zu machen.

Die Tänzertruppe tourt von Ende September bis Ende Oktober durch Deutschland und kommt also auch nach Pforzheim... Ihr wisst, was ihr zu tun habt: Den Termin rot im Kalender anstreichen :-)

Hier hab' stell ich euch mal das Plakat rein, das ich die letzten Tage designed hab', es ist noch nicht die endgültige Version, manches hab' ich noch verschönert, anderes verunschönert (weil irgendjemand in Deutschland es anders wollte)...

14.9.07 23:04


Erstes Konzert - eigentlich

Tja, heute wäre mein erstes Konzert mit dem Nationalorchester. Der peruanische Präsident kommt und ich bin noch nicht fit :-/

Naja, wär ja Schwachsinn, wenn ich mich jetzt da hinsetzen würde, obwohl ich noch kein einziges von den Stücken wirklich durchgespielt hab'. Da wart ich doch lieber bis zum nächsten Mal, der Präsident kommt bestimmt auch mal wieder...

14.9.07 01:06


Besserung

Ich befinde mich auf dem Weg der Besserung, hab' heut zum ersten Mal seit einer Woche wieder zu Mittag gegessen, hat geradezu gut geschmeckt

Die letzten Tage lag ich eigentlich nur im Bett rum, deshalb gibts nichts zu berichten, ich meld' mich bald wieder...

Noch eins zum Thema Besserung: Weil ich die ganze Zeit im Bett rumgelegen bin musste ich mal meine Bettsituation verbessern: Also hab ich mein viel zu volles Kissen mal aufgetrennt und halb geleert und außerdem eine Megastyroporplatte unter meine Matraze geschoben, weil ich jeden morgen die knallharten Bretter des Lattenrostes gespürt habe. (Was meint ihr? Bekomm' ich jetzt von der Kombination Schaumstoffmatratze + Styroporbrett ein riesiges elektrisches Feld unter mir?). Naja, auf jeden Fall hat sich dadurch mein Liegekomfort ein bisschen erhöht... Da lebt sich's doch gleich viel besser

12.9.07 22:26


Krank

Hallo ihr alle!

Heute kann ich leider nicht berichten, dass es mir bestens geht, die letzten zwei Tage lag ich flach, mit üblen Kopfschmerzen und heftigem Fieber und auch die Verdauung lief nicht ganz rund - die übliche Anpassung an die hiesigen Viren vermutlich, die anderen Freiwilligen mussten da auch alle durch...

Als ich noch halbwegs am Leben war, also am Dienstag, war ich das erste mal im Peruanischen Nationalorchester und ich kann euch sagen, der Schwierigkeitsgrad der Stücke da ist schon knackig... Wir haben irgendeine Südamerikanische Sinfonie gespielt und die Rhythmen hier sind doch ziemlich anders... Erschwerend kam hinzu, dass ich die einzige Flöte war :-/ (normalerweise sind's außer mir noch ein oder zwei). Auf der Heimfahrt vom Orchester in Lima nach Cieneguilla (Fahrtzeit mit dem Sammeltaxi ~40 Minuten) haben wir uns ordendlich die Bäuche vollgeschlagen mit allem möglichen Zeug, das wir uns im Supermarkt gekauft hatten. Ob's Überfressung war oder doch die Kuhinnereien, die's zum Mittagessen gab'. (Kein Witz jetzt, ich weiß nicht genau, was die da klein schnippeln, aber die Köchin meinte irgendwas von interior und zeigt auf ihren Bauch... Genau wollt ich's dann auch nicht wissen. Schmecken tut's nicht gut, irgendwie ein bisschen nach vergammeltem Fisch. Aber ich hatte das gleiche Essen schon mal ohne unangenehme Nebenwirkungen gegessen...)

Naja, mittlerweile geht's mir wieder halbwegs besser - das Fieber ist weg, mein Gleichgewichtssinn funktioniert wieder halbwegs, Kopfweh hab' ich noch, aber jetzt kommt ja ein Wochenende zum entspannen...

Außerdem kann ich euch stolz von meiner ersten Unterrichtsstunde in der 2. Klasse erzählen (Englisch am Montag). Jungejunge, was eine disziplinierte Klasse! Und mit totaler Begeisterung dabei! Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals so handlich waren... Die sind einfach ruhig wenn man sie nichts fragt... Unglaublich. Und kein Vergleich zur ersten Klasse, da schlägern sich alle 5 Minuten die Jungs, sodass man sie wieder auseinanderziehen muss... Echt nicht schön. Ich bekomm ab Montag noch die 3., da bin ich heut mal im Hauptunterricht gesessen, die ist mindestens genauso friedlich wie die zweite obwohl (oder gerade weil) sie doppelt so viele Schüler hat...

Soweit mal für heute, ich hau mich wieder ins Bett, dass ich wieder fit werde.

 P.S.: Bei euch in Deutschland herrscht ja 'ne Bombenstimmung... Noch mal Glück gehabt, würd ich sagen...

7.9.07 19:47


Besuch

 Gestern hatten wir Besuch:

Wir waren grad noch im Auditorium, Kabel verlegen, Jakob hebt seinen Rucksack hoch und hervor krabbelt dieser Kollege hier:

 

Angeblich nicht so megagefährlich, zum Arzt gehen sollte man schon, für Kinder kann's gefährlich sein. Wir haben ihn mit einem Kältespray auf < -100°C gefrostet.

3.9.07 22:21


Ich mal wieder

Hallo, alle miteinander, ich melde mich nach längerer Absenz mal wieder in meinem Blog. Als ich's das letzte Mal versucht hab', war er grad irgendwie offline und ich konnte nichts schreiben...

Tja, was gibt's zu berichten?

Glücklicherweise hat sich die Wettervorhersage unserer Köchin (Das Wetter bleibt noch bis Ende September/Mitte Oktober schlecht) nicht bewahrheitet. Seit ein paar Tagen ist das Wetter wieder so, wie man sich's wünscht: In der Nacht angenehm pullikalt, wenn man draußen ist und tagsüber T-Shirt-warm und sonnig - wunderbar. Also gibt's für mich keinen Grund mehr zu Jammern...

Ich hatte am Mittwoch meine erste "Unterrichts-" (sprich: Zirkus)stunde mit der 11. Klasse. Trotz meinem richtig mauen Castellano (trotz einiger guter Ansätze hat das mit dem konsequenten Büffeln bisher nicht so hingehauen) war die Verständigung doch halbwegs schaffbar, mit 70% Castellano, 20% Englisch und 10% Deutsch, schließlich haben die 11.Klässler hier die beiden Sprachen seit der ersten Klasse gehabt. In der 11. sind vielleicht 8-9 Schüler, also eine optimale Gruppengröße, mit anderen Klassen wird's wahrscheinlich wegen der höheren Schülerzahl schwieriger... Außerdem konnte die Hälfte schon jonglieren, was die Sache nochmal vereinfacht hat. Allerdings haben wir hier noch keine Jonglierbälle und die Besorgung gestaltet sich irgendwie schwierig, ich habe zwar schon allen Verantwortlichen auf die Füße gedappt und auch schon das nötige Geld bewilligt bekommen (was mich schon mal überrascht hat), aber irgendwie weiß niemand, wo man sich so Teile kaufen kann. Und wenn mal einer versprochen hat, sich drum zu kümmern, heißt das noch lange nicht, dass die Bälle bald da sind. Manana (auf dem ersten n ein ~ ;  dt.: Morgen) hört man öfters...

Hab ich mich überhaupt mal über die hora peruana und die hora alemana ausgelassen? Wenn man sich an ersterer orientiert bedeutet das, dass man, wenn man einen Termin ausgemacht hat, schon mal eine Stunde später kommen kann. Man muss also den anderen möglichst auffordern, sich nach der hora alemana zu richten, wenn's mal wichtig ist.

Gestern - sprich am Freitag, hatten wir im Auditorium - also dem Saal der Schule - einen Auftritt mit dem Schulorchester - das Abschiedskonzert der bisherigen Orchesterleiterin, die morgen wieder nach Deutschland fliegt. Ihren Job müssen wir (vermutlich Jakob und ich) dann übernehmen... Die Stücke waren für ein so junges Orchester ziemlich knackig... Der Militärmarsch von Schubert, "Nachklänge aus dem Theater" von Schumann und einen Tanz von Beethoven... Gut das bei allen Stücken die Querflöte eine halbwegs wichtige Rolle spielt, wenn sie vom Komponist nur zur Erhöhung der Klangfarbenvielfalt bei Unisonostellen verwendet wird, macht's dem Querflöter keine Freude

Gestern abend sind wir (Tobias (der Ex-SJAler, der vor zwei Jahren da war, und den ich auf dem Vorbereitungsseminar getroffen habe), sein Bruder und noch zwei Baden-Württemberger, die irgendwo in Lima gerade ihr FSJ machen, sowie Sophia und Leonardo (kommt ihr noch mit den Namen klar?^^)) nach Lima gefahren und haben uns mal auf einem Indio-Markt im Zentrum umgesehen... Ich kann euch sagen: Lima ist soooo riesig! Klar, 8-9 Millionen Einwohner, das sagt sich leicht. Aber wenn man mit dem Taxi von den Außenbezirken kommend ins Zentrum will muss man schon mal 40 Minuten einberechnen - bei halbwegs akzeptablen Verkehrsbedingungen, wenn man in Peru von so etwas überhaupt sprechen kann. Dazu kommt dann noch die Fahrt von Cieneguilla in die Außenbezirke - wieder 40 Minuten... Schon einiges... Aber auch die Menschenmassen, die sich durch Zentrum bewegen sind unglaublich. Wir haben uns vom Taxi bis zum Plaza Grau (Grau hieß so ein peruanischer General) bringen lassen und sind dann von dort aus Richtung Norden gelaufen, über den Plaza San Martin bis zum Plaza de Armas (wie der Hauptplatz jeder peruanischen (südamerikanischen?) Stadt heißt; ihr könnt euch das ja mal auf Google Earth anschauen)... Vom Plaza San Martin ab ist der Weg eine große Fußgängerzone, die unglaublich dicht bevölkert ist (okay, es war 6 Uhr abends, da kann schon was los sein). Ein Pollo a la Brasa (Hühnchen vom Grill)- Restaurant steht da neben dem nächsten, die Häuser sind zum größten Teil im Kolonialstil erbaut - schöne Sache eigentlich, wenn man nicht die ganze Zeit wachsam seine Umgebung beobachten würde, weil die Gefahr, beklaut zu werden so groß ist... Zum Abendessen gab's eine Pizza, die war aber ziemlich teuer und schmeckte wie eine billige Fertigpizza - nicht zu empfehlen, kauft euch lieber Hähnchen mit Pommes . Dann noch kurz in den Supermarkt, Margerine und Marmelade für's Frühstück kaufen, rausfinden, dass die einzige essbare Schokolade hier Ritter Sport ist, die aber 4€/100g kostet, also höchstens für die echten Feiertage in Frage kommt. Dann heim und noch Nirgendwo in Afrika angeschaut (Leonardo lernt Deutsch und hat deswegen die ganze Palette an deutschen Filmen der letzten Jahre... Wie soll man da Spanisch lernen? :-) )

Ihr erinnert euch daran, dass ich mich schon ein bisschen über das eintönige peruanische Essen ausgelassen habe? Ich beschränke das ab jetzt auf die Schulcaféteria und deren Köchin, weil man kann auch richtig gut peruanisch essen, wie ich heute Mittag ausführlich erfahren durfte: Die Kunstlehrerin der Schule hat eine Fiesta ausgerichtet, bei der hauptsächlich die Freiwilligen kamen... Es gab Maiskolben, Maispampe eingewickelt in Maisblätter, Maissüßmost, Mais... nein, mehr gab's erstmal nicht mit Mais, aber Kartoffeln, scharfe Soßen, Rinderherzenschaschlikspieße, Polloschaschlikspieße, vegetarische Spieße und zum Nachtisch sowas ähnliches wie Donuts, also frittierte Ringe, aber ein bisschen dünner, vermutlich aus Maismehl und darüber Honig - absolut delikat. Das könnt ihr euch vielleicht nicht vorstellen, aber nach zwei Wochen Reis kommt es einem vor wie das Paradies auf Erden. (Leider hab' ich verdrängt, wie das Zeug heißt... irgendwas mit -on am Ende... Vielleicht Picaron/Picarones? Mh...)

Mit angenehm gefülltem Magen haben wir dann noch einen kleinen Kletterspaziergang zu ein paar Prä-Inka- oder Inka-Ruinen gemacht, die's hier rundrum zu Hauf gibt. Während die ein Teil der Gruppe unten bei den Ruinen blieb, vergnügten wir Jungs uns beim Faststeilwandfreeclimben^^. Die Berge hier sind für sowas eigentlich nicht geeignet, weil das Gestein arg instabil ist. Überall bröselt was ab oder es lösen sich ganze Platten, meistens sind die Steine sandig und bieten keinen perfekten Halt. Naja, aber wer lässt sich von sowas schon aufhalten...

Bleibt noch ein kleines Update über meine alltäglichen Tätigkeiten: Ich verbringe viel Zeit mit Lesen (Ein Wälzer "Wirtschaftsgeschichte Deutschlands seit 1945" + Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, unserem einzigen deutschen Printmedium hier). Außerdem schieben wir teilweise bis 24:00 Nachtschichten, weil sich Jakob vorgenommen hat, den Saal der Schule bis zum Sonntag elektrisch verkabelt zu haben. Ein schwer ambitioniertes Vorhaben (meiner Meinung nach auch ein bisschen illusorisch, vor allem, weil er von den Lehrern bisher kaum bis gar keine Hilfe bekommt, auch was die finanzielle Seite angeht, bisher streckt er das ganze Geld vor.) Werkzeugtechnisch gibt's hier eigentlich nichts, da ist unsere Schule in Pforzheim das Heimwerkerschlaraffenland dagegen. Außerdem ist die Kabelverlegung ziemlich suboptimal geplant worden, sodass wir noch einige Löcher extra bohren mussten (die Bohrmaschine hat sich Jakob auf der Baustelle nebenan geliehen).

Aber jetzt habt ihr mein Geschreibsel lang genug ertragen, ihr könnt mal zum angenehmeren Teil übergehen und den Haufen neuer Bilder anschauen, den ich euch frisch hochgeladen habe...

Neues aus Cieneguilla

 

1.9.07 20:29


Bibber

Heute Nacht war's mit der Temperatur besonders schlimm... Wir haben mal ein Thermometer rausgelegt und es hatte abends um 22:00 vielleicht 8°C... Und sowas wie eine Heizung oder halbwegs dichte Fenster gibt's hier ja nicht.... Irgendwann um vier bin ich dann nochmal aufgestanden, und hab' mir meinen Kapuzenpulli angezogen, anders hätt' ich's nicht mehr ausgehalten...

Hoffentlich wird bald Frühling...

25.8.07 18:00


Zimmereinrichtung

Ich hab' euch ja mal berichtet, dass mein Zimmer total leer war, als ich angekommen bin - potenziell schön, aber leer...

Seit gestern ist die Lage nicht mehr ganz so schlimm... Wir haben nämlich das Arztzimmer geplündert... Das heißt einen Schreibtisch und ein Regal ausgeräumt und in mein Zimmer gestellt... Angeblich kommt der Arzt durchschnittlich alle zwei Jahre einmal und wir haben keine wirkliche Ordnung in den Büchern im Regal und den Unterlagen im Schreibtisch feststellen können... Jetzt haben wir ihm alle seine Sachen in einen Schrank gestopft - wollen wir hoffen, dass der nicht dieses Jahr noch kommt...

23.8.07 21:55


Zweiter Eintrag heute

Nachts ist es hier auch relativ kalt, so um die 10 Grad und das in einer megadünnen Decke... Bin ich froh, dass ich mir eine aus dem Flugzeug mitgenommen habe, dann sind wenigstens meine Füße immer gewärmt... Mich wurmt's nur, dass ich nicht alle mitgenommen habe, die mir in die Finger gekommen sind... Dann hätt ich's so richtig warm... Naja, egal, es wird ja bald Frühling.

Im Oktober werde ich mit auf eine Klassenfahrt kommen. Mit dem sexto grado durch die Sierra und die Berge in den Dschungel, zelten...

Ich muss noch ein Wort über die Lehrer verlieren... Die sind alle einfach hammernett... Wenn wir solche Lehrer gehabt hätten *schmacht* ;-) Aber auch die Schüler sind total offen und sprechen einen einfach so an, schütteln einem die Hand, laden einen zu Parties ein... Sehr gediegen alles...

Hunger... Was uns so ein bisschen belastet, ist die Essensversorgungssituation... Morgens bekommt jeder drei oder vier Brötchen, allerdings hat nur eins davon seinen Namen auch verdient, das ist von der Machart her sehr deutsch. Die anderen drei sind eher halbgebackener Teigmatsch, in etwa vergleichbar mit den Brötchen, die wir in London im Hotel bekommen haben, vielleicht erinnern sich meine Klassenkameraden :-/ Naja, mittags dann halt Arroz y Pollo, die ganze Zeit, immer nur das gleiche (Reis und Hühnchen halt). Am Sonntag gab's mal Cuy, also Meerschweinchen, das war mal wenigstens von der Bezeichnung her was besonderes... Aber da ist ja absolut nix dran an den Viehchern, schmecken tut's ein bisschen wie Brathähnchen...

Abends bekommt man dann nochmal ungefähr das gleiche, manchmal wird der Reis auch durch Spaghetti ersetzt... Aber wir haben nach dem einen Teller irgendwie nie wirklich das Gefühl, satt zu sein... Und mehr holen ist meistens nicht... Wir kurbeln dann halt abends mit unseren knurrenden Mägen die Umsätze im lokalen Einzelhandel an, jeden Tag muss irgendwas Süßes ran...

Bei den Keksen gibt's auch eine peruanische Besonderheit: Peruaner scheinen die in homöopathischen Dosen zu sich zu nehmen. Es sind immer etwa drei bis vier Kekse in eine kleine Tüte gepackt und diese Tüten sind dann immer nochmal zu viert oder zu sechst in einer großen Packung gebündelt... Wenn wir dann immer die große Packung verlangen, führt das ständig zu Missverständnissen, weil normalerweise immer nur die kleinen Packungen verkauft werden...

Aber sonst geht's mir weiterhin bestens, noch habe ich kaum Verpflichtungen, ab nächster Woche kommen meine ersten Zirkusstunden mit der 11. und der 6. Klasse dran, ich hoffe, dass ich bis dahin halbwegs auf Castellano kommunizieren kann

Viele liebe Grüße,

Euer Joachim

23.8.07 21:14


Lernen

Hallo, alle miteinander!

So langsam wird's hier für mich Zeit, ein bisschen Spanisch zu lernen... Ist doch ein bisschen peinlich, die ganze Zeit höchstens mit der Indikativform der Verben kommunizieren zu können... Ich mach mir jetzt Vokabellisten und konjugiere die ganzen Verben erstmal im Präsens durch, so kann das nicht weitergehen...

Wir haben grad ziemlich schlechtes Wetter, auch tagsüber nicht mehr als 18° und leichtes Nieseln... Ich muss Essen gehen, ich versuch' nachher nochmal ans Internet zu kommen.

Liebe Grüße,

Joachim

23.8.07 20:16


Mein Colegio bei Google Earth

Hallo Leute! Ich hab' euch grad mal mein Colegio bei Google Earth rausgesucht...

Sucht mal bei 12°05'47" Süd und 76°46'34" Ost, da müsstet ihr's finden. Besonders eindrucksvoll wird's, wenn ihr die Ansicht in 3D kippt, und euch mal die Berge rundrum anschaut...

Schon krass...

Auf den Berg im Süden, der so gute 900 Meter hat wollen wir demnächst mal drauf... Sind knappe 600 Höhenmeter in eine Richtung... Aber im Osten gibt's noch ein paar mit guten 1400 Metern... Mal schaun' ob wir das noch schaffen...

22.8.07 00:23


Hallo!

Ich hab' ein paar Fotos für euch... Schaut mal rein:

In Peru - Die ersten Tage

21.8.07 02:48


Heute waren wir in der Stadt, Geld abheben und einkaufen. Und ich kann noch eins zum typisch peruanischen Fahrstil hinzufügen: Es wird gern und sehr viel gehupt und überholt...
Tjo, wir mussten uns erstmal mit der allernötigsten Infrastruktur ausstatten, Mülleimer, Wasserkocher, Gläser, Messer und so weiter...
Wenn man von Cieneguilla nach Lima fährt, sind die Straßen gesäumt von wohl illegalen Siedlungen, ziemlich heruntergekommene Häuser, bei denen die Backsteine teilweise einfach ohne Mörtel aufeinandergelegt sind. Viele sind mit peruanischen Flaggen ausgestattet und man sagte mir, dass es ein Gesetz gibt, nachdem eine illegale Hütte mit einer peruanischen Flagge nicht zwangsgeräumt werden darf - sehr seltsam... In Lima gibt's außerdem auch ordentlich Smog, dabei war heut Sonntag... Wie ist das erst an einem Nachmittag unter der Woche?!?
Morgen gibt es einen gemeinsamen Anfang in der Schule, so ähnlich vielleicht, wie der, den's bei uns an der Schule in den letzten Jahren ab und zu gab. Da werd' ich vorgestellt - ahh... Bammel...
Das peruanische Essen ist auch sehr interessant... Nationalgericht ist Reis mit Hähnchen in irgendeiner Kombination... Im Supermarkt gibt es Hähnchenköpfe, Hähnchenfüße (!!), Hähnchenherzen, -lungen und was weiß ich noch alles... Sehr seltsam, wie man so Füße essen kann... Ich dachte eigentlich, dass das Essen halbwegs pikant wäre, aber Fehlanzeige... Irgendwie mangelt es hier ein bisschen an Gewürzen :-/...
Naja, soweit mal jetzt... Wir Zivis versuchen tatsächlich hier ein WLAN einzurichten, wenn das klappen würde, wär ich total froh, dann würd sich das mit dem MacBook so richtig lohnen!
19.8.07 19:19


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