* Startseite     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt



* Links
     Max' und Moritz' Gemeinschaftsblog


Arnulfs Blog
Rafs Blog
Max' Blog
Heger und Franzi in NZ
Andreas in NZ
Reisen Peru






Ich mal wieder

Hallo, alle miteinander, ich melde mich nach längerer Absenz mal wieder in meinem Blog. Als ich's das letzte Mal versucht hab', war er grad irgendwie offline und ich konnte nichts schreiben...

Tja, was gibt's zu berichten?

Glücklicherweise hat sich die Wettervorhersage unserer Köchin (Das Wetter bleibt noch bis Ende September/Mitte Oktober schlecht) nicht bewahrheitet. Seit ein paar Tagen ist das Wetter wieder so, wie man sich's wünscht: In der Nacht angenehm pullikalt, wenn man draußen ist und tagsüber T-Shirt-warm und sonnig - wunderbar. Also gibt's für mich keinen Grund mehr zu Jammern...

Ich hatte am Mittwoch meine erste "Unterrichts-" (sprich: Zirkus)stunde mit der 11. Klasse. Trotz meinem richtig mauen Castellano (trotz einiger guter Ansätze hat das mit dem konsequenten Büffeln bisher nicht so hingehauen) war die Verständigung doch halbwegs schaffbar, mit 70% Castellano, 20% Englisch und 10% Deutsch, schließlich haben die 11.Klässler hier die beiden Sprachen seit der ersten Klasse gehabt. In der 11. sind vielleicht 8-9 Schüler, also eine optimale Gruppengröße, mit anderen Klassen wird's wahrscheinlich wegen der höheren Schülerzahl schwieriger... Außerdem konnte die Hälfte schon jonglieren, was die Sache nochmal vereinfacht hat. Allerdings haben wir hier noch keine Jonglierbälle und die Besorgung gestaltet sich irgendwie schwierig, ich habe zwar schon allen Verantwortlichen auf die Füße gedappt und auch schon das nötige Geld bewilligt bekommen (was mich schon mal überrascht hat), aber irgendwie weiß niemand, wo man sich so Teile kaufen kann. Und wenn mal einer versprochen hat, sich drum zu kümmern, heißt das noch lange nicht, dass die Bälle bald da sind. Manana (auf dem ersten n ein ~ ;  dt.: Morgen) hört man öfters...

Hab ich mich überhaupt mal über die hora peruana und die hora alemana ausgelassen? Wenn man sich an ersterer orientiert bedeutet das, dass man, wenn man einen Termin ausgemacht hat, schon mal eine Stunde später kommen kann. Man muss also den anderen möglichst auffordern, sich nach der hora alemana zu richten, wenn's mal wichtig ist.

Gestern - sprich am Freitag, hatten wir im Auditorium - also dem Saal der Schule - einen Auftritt mit dem Schulorchester - das Abschiedskonzert der bisherigen Orchesterleiterin, die morgen wieder nach Deutschland fliegt. Ihren Job müssen wir (vermutlich Jakob und ich) dann übernehmen... Die Stücke waren für ein so junges Orchester ziemlich knackig... Der Militärmarsch von Schubert, "Nachklänge aus dem Theater" von Schumann und einen Tanz von Beethoven... Gut das bei allen Stücken die Querflöte eine halbwegs wichtige Rolle spielt, wenn sie vom Komponist nur zur Erhöhung der Klangfarbenvielfalt bei Unisonostellen verwendet wird, macht's dem Querflöter keine Freude

Gestern abend sind wir (Tobias (der Ex-SJAler, der vor zwei Jahren da war, und den ich auf dem Vorbereitungsseminar getroffen habe), sein Bruder und noch zwei Baden-Württemberger, die irgendwo in Lima gerade ihr FSJ machen, sowie Sophia und Leonardo (kommt ihr noch mit den Namen klar?^^)) nach Lima gefahren und haben uns mal auf einem Indio-Markt im Zentrum umgesehen... Ich kann euch sagen: Lima ist soooo riesig! Klar, 8-9 Millionen Einwohner, das sagt sich leicht. Aber wenn man mit dem Taxi von den Außenbezirken kommend ins Zentrum will muss man schon mal 40 Minuten einberechnen - bei halbwegs akzeptablen Verkehrsbedingungen, wenn man in Peru von so etwas überhaupt sprechen kann. Dazu kommt dann noch die Fahrt von Cieneguilla in die Außenbezirke - wieder 40 Minuten... Schon einiges... Aber auch die Menschenmassen, die sich durch Zentrum bewegen sind unglaublich. Wir haben uns vom Taxi bis zum Plaza Grau (Grau hieß so ein peruanischer General) bringen lassen und sind dann von dort aus Richtung Norden gelaufen, über den Plaza San Martin bis zum Plaza de Armas (wie der Hauptplatz jeder peruanischen (südamerikanischen?) Stadt heißt; ihr könnt euch das ja mal auf Google Earth anschauen)... Vom Plaza San Martin ab ist der Weg eine große Fußgängerzone, die unglaublich dicht bevölkert ist (okay, es war 6 Uhr abends, da kann schon was los sein). Ein Pollo a la Brasa (Hühnchen vom Grill)- Restaurant steht da neben dem nächsten, die Häuser sind zum größten Teil im Kolonialstil erbaut - schöne Sache eigentlich, wenn man nicht die ganze Zeit wachsam seine Umgebung beobachten würde, weil die Gefahr, beklaut zu werden so groß ist... Zum Abendessen gab's eine Pizza, die war aber ziemlich teuer und schmeckte wie eine billige Fertigpizza - nicht zu empfehlen, kauft euch lieber Hähnchen mit Pommes . Dann noch kurz in den Supermarkt, Margerine und Marmelade für's Frühstück kaufen, rausfinden, dass die einzige essbare Schokolade hier Ritter Sport ist, die aber 4€/100g kostet, also höchstens für die echten Feiertage in Frage kommt. Dann heim und noch Nirgendwo in Afrika angeschaut (Leonardo lernt Deutsch und hat deswegen die ganze Palette an deutschen Filmen der letzten Jahre... Wie soll man da Spanisch lernen? :-) )

Ihr erinnert euch daran, dass ich mich schon ein bisschen über das eintönige peruanische Essen ausgelassen habe? Ich beschränke das ab jetzt auf die Schulcaféteria und deren Köchin, weil man kann auch richtig gut peruanisch essen, wie ich heute Mittag ausführlich erfahren durfte: Die Kunstlehrerin der Schule hat eine Fiesta ausgerichtet, bei der hauptsächlich die Freiwilligen kamen... Es gab Maiskolben, Maispampe eingewickelt in Maisblätter, Maissüßmost, Mais... nein, mehr gab's erstmal nicht mit Mais, aber Kartoffeln, scharfe Soßen, Rinderherzenschaschlikspieße, Polloschaschlikspieße, vegetarische Spieße und zum Nachtisch sowas ähnliches wie Donuts, also frittierte Ringe, aber ein bisschen dünner, vermutlich aus Maismehl und darüber Honig - absolut delikat. Das könnt ihr euch vielleicht nicht vorstellen, aber nach zwei Wochen Reis kommt es einem vor wie das Paradies auf Erden. (Leider hab' ich verdrängt, wie das Zeug heißt... irgendwas mit -on am Ende... Vielleicht Picaron/Picarones? Mh...)

Mit angenehm gefülltem Magen haben wir dann noch einen kleinen Kletterspaziergang zu ein paar Prä-Inka- oder Inka-Ruinen gemacht, die's hier rundrum zu Hauf gibt. Während die ein Teil der Gruppe unten bei den Ruinen blieb, vergnügten wir Jungs uns beim Faststeilwandfreeclimben^^. Die Berge hier sind für sowas eigentlich nicht geeignet, weil das Gestein arg instabil ist. Überall bröselt was ab oder es lösen sich ganze Platten, meistens sind die Steine sandig und bieten keinen perfekten Halt. Naja, aber wer lässt sich von sowas schon aufhalten...

Bleibt noch ein kleines Update über meine alltäglichen Tätigkeiten: Ich verbringe viel Zeit mit Lesen (Ein Wälzer "Wirtschaftsgeschichte Deutschlands seit 1945" + Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, unserem einzigen deutschen Printmedium hier). Außerdem schieben wir teilweise bis 24:00 Nachtschichten, weil sich Jakob vorgenommen hat, den Saal der Schule bis zum Sonntag elektrisch verkabelt zu haben. Ein schwer ambitioniertes Vorhaben (meiner Meinung nach auch ein bisschen illusorisch, vor allem, weil er von den Lehrern bisher kaum bis gar keine Hilfe bekommt, auch was die finanzielle Seite angeht, bisher streckt er das ganze Geld vor.) Werkzeugtechnisch gibt's hier eigentlich nichts, da ist unsere Schule in Pforzheim das Heimwerkerschlaraffenland dagegen. Außerdem ist die Kabelverlegung ziemlich suboptimal geplant worden, sodass wir noch einige Löcher extra bohren mussten (die Bohrmaschine hat sich Jakob auf der Baustelle nebenan geliehen).

Aber jetzt habt ihr mein Geschreibsel lang genug ertragen, ihr könnt mal zum angenehmeren Teil übergehen und den Haufen neuer Bilder anschauen, den ich euch frisch hochgeladen habe...

Neues aus Cieneguilla

 

1.9.07 20:29
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung