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Auch ich melde mich mal wieder

Hallo alle miteinander!

Ich tu euch ja ganz schön vernachlässigen, tut mir Leid... Aber hier passiert einfach nicht besonders viel...Und da ist vernachlässigen vielleicht fast besser als langweilen...

Naja, aber weil jetzt ja echt viel Zeit vergangen ist, gibt's mittlerweile doch wieder das ein oder andere zu berichten...

Fangen wir mal mit einer Geschichte aus meiner Kindheit an. Sie hat mit Peru überhaupt nichts zu tun und wenn ihr nicht irgendeinen senilen Unsinn eines Übernächtigten lesen wollt und ein bisschen was Sinnvolles mit eurer Zeit zu tun wisst, dann überspringt einfach den Teil bis kurz nach dem Bild...

Ich war vielleicht zehn, elf Jahre alt, vielleicht auch noch ein bisschen jünger und eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war war das Lesen (bevorzugt spät Nachts heimlich unter der Decke, auch wenn das jetzt relativ wenig mit dem Thema zu tun hat). Auf jeden Fall fiel mir in dieser Zeit irgendwann das Buch "20 000 Meilen unter dem Meer" von Jules Verne in die Hand und ich bezog die Angabe "20 000 Meilen" ganz selbstverständlich auf die Meerestiefe...

Irgendwann später lernte ich dann, dass die maximale Meerestiefe bei ein bisschen mehr als 11 000 Meter liegt... Mh, dachte ich, da hat sich der Jules ja ein bisschen geirrt, 20 000 Meilen unter dem Meer, das geht ja gar nicht, 20 000 ist ja knapp doppelt so viel wie 11 000. (Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass ich mit dieser Pi-Mal-Daumen-Rechnung in gewisser Weise schon Recht hatte, dass ich aber die Maßeinheiten ein wenig vernachlässigt hatte... Ich wusste wohl, dass eine Meile eher so was wie ein Kilometer ist, aber hey! ich war so begeistert, dass die beiden Zahlen in einem so angenehmen Verhältnis zueinander standen, da kann man so was nebensächliches wie Maßeinheiten schon mal aus den Augen verlieren. Tatsächlich liegt das Verhältnis zwischen der maximalen Meerestiefe und den 20 000 Meilen aber eben bei ziemlich exakt 11 034m : 37040000m (1 Seemeile = 1852m) bzw 1 : 3357

- in der anschaulichen Darstellung:

1:2 (meine grobe Schätzung)

1:3357 (Tatsache)

erkennt ihr: da besteht doch eine gewisse Diskrepanz und gut, Jules Verne hat mittlerweile schon einige Jahre auf dem Buckel, aber so einen Schwachsinn hat auch er nicht verzapft)

 

Wie dem auch sei, springen wir in die Fastgegenwart:

Vor einigen Tagen sehe ich bei einem meiner Schüler das Buch auf Spanisch (er liest es im Unterricht, was ich natürlich nicht tolerieren kann). Auf jeden Fall frage ich ihn freundlich, ob er's mir ausleihen kann, macht er dann auch, weil eigentlich hat er eh nur die Bilder angeschaut. Mein Hintergedanke war, so eine etwas leichtere Lektüre wär' doch nicht schlecht, um im Spanisch ein bisschen auf Touren zu kommen.

Am Nachmittag des selben Tages nehm ich das Buch mal näher in Augenschein. Es heißt "Veinte mil leguas de viaje submarino", also eher Zwanzigtausend Meilen untermeerischer Reise.

Mh, denk ich mir da... Da hat sich doch irgendwo ein Übersetzungsfehler eingeschlichen... Irgendjemand hat auf einmal die 20 000 Meilen horizontal gelegt, während die bei mir immer vertikal gespeichert waren... Bis es dann (okay, sehr spät) "kling" machte und ich auch den deutschen Text plötzlich anders interpretieren konnte, nämlich horizontal... Ihr kennt doch dieses Optische-Täuschung-Bild auf dem man entweder die junge oder die alte Frau sieht?

So wie man da gedanklich hin und her schalten muss, so gings mir mit horizontal und vertikal.

Was das Buch angeht, mittlerweile hab ich mich mit exzessivem Wörterbucheinsatz durchgebissen und brauch jetzt erst mal wieder was Deutsches. Ich fang mal wieder mit Faust an...

 

Okay, ihr könnt wieder mitlesen, die gröbsten Sinnlosigkeiten habt ihr überstanden!

Da wäre der peruanische Sommer zu erwähnen, der mittlerweile ordentlich im Kommen ist... Tagsüber wird's mittlerweile deutlich wärmer als noch vor ein, zwei Monaten... So richtig unangenehm wurde es allerdings bisher nicht, ich schätz, dass es Mittags vielleicht knapp 30 Grad hat...

Außerdem war ich mal wieder kurzfristig krank.

Vielleicht lag das an den Stücken, die wir im Orchester gespielt haben. Da war nämlich in den letzten Wochen ein Herr aus Spanien zu Besuch, genauer gesagt dieser hier: http://www.sanchez-verdu.com/

Für die, die sich die Website von ihm nicht anschaun wollen:

Komponist, Spanier, wohnt in Berlin, macht moderne Musik und ärgert damit Orchester.

In Lima findet zur Zeit das 5 Festival Internacional de Música Clásica Contemporánea statt (der Name birgt für mich einen Widerspruch , klassisch ≠ zeitgenössisch) und wir hatten die Ehre, vom Maestro selbst zu lernen, wie man seine Stücke spielt. Das heißt: Extreme Taktartenwechsel (schon mal einen 3/4+1/16-Takt gespielt, nicht getrennt, sondern in einem? oder auch nur einen 3/16?), sich nutzlos anstrengen (Zweiunddreißigstel spielen, man muss im Staccato in die Flöte pusten, es darf aber kein Ton zu hören sein) und sich über die fünf Takte freuen, in denen der Komponist eins zu eins ein Thema einer Chaconne von Pachelbel übernimmt. Der einzige tonale Teil, den wir während zwei Wochen serviert bekommen...

Nee, aber deswegen wird man nicht krank... Am Sonntag erwischte es mich (ordentlich Fieber, ein bisschen Kopfschmerzen), am Montag gings mir aber schon wieder so gut, dass ich abends im Orchester das Konzert mitspielen konnte...

Oh! Da wär noch was zu berichten zum Konzert. Die Streicher hatten nämlich noch die Ehre ein Stück von einem zeitgenössischen Peruaner zu spielen. Der kam dann auch zum Konzert und hat ein bisschen seine Musik erklärt und das ging ungefähr so:

"In meinem Stück Checan V versuche ich, die Musik der Incas von vor der Zeit der spanischen Conquistadoren zu reproduzieren. Als die Spanier nach Südamerika kamen, trafen Sie dort eine Musik an, die der heutigen modernen Musik sehr ähnelt. (Aha!) Wir wissen heute natürlich eigentlich nicht, wie die indigene Musik zu dieser Zeit klang, weil sie ja nicht aufgeschrieben wurde." (ähä, aber halt modern irgendwie? Mal ganz ehrlich... Ich glaube, der Komponist hat sich einfach die Berichte der Conquistadoren durchgelesen, in denen es heißt, das die Musik der Indianer total schrecklich klang. Dann überlegte er eine Weile und stellte fest, dass: indigene Musik = schrecklich = moderne Musik ist und kam zu dem Schluss, dass indigene Musik ≈ moderne Musik sein muss. Auf jeden Fall wirkte das Stück, dass die armen Streicher spielen mussten wie moderne Musik der heftigsten Sorte. Inca-Feeling kam nicht auf...

Schließen wir mal unser Lamento über die neue Musik ab, sie ist ja nicht ganz insgesamt NUR schlimm, die Stücke, die wir zu spielen hatten waren es aber leider...

Oköö... Ich mach auch insgesamt mal Schluss, es wird bald hell hier (schwere Übertreibung) und die Qualität meines Beitrags lässt ein bisschen nach (schwere Untertreibung), ich fange nämlich an zu polemisieren das muss ja nicht sein.

Ich hoff' ich find bald mal wieder Zeit und Themen, um euch auch mal ausnahmsweise was Interessantes erzählen zu können, statt die ganze Zeit nur Schwachsinn zu verzapfen. Naja, aber wenigs..., nein, ich hör jetzt endgültig auf.

Viele wärmende Grüße in die nördliche Hemisphäre,

euer Joachim

P.S.: Da wär noch eins: Liegt das an meinem Zustand, oder blinkt das bei euch auch so komisch?

23.11.07 08:13
 



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